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Sophie Löw

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Das FM4 Gästezimmer mit doppelfinger

Aldous Harding, Adrienne Lenker, Randy Newman - also nur die Allerbesten. Der Wiener Singer-Songschreiber Clemens Bäre aka doppelfinger stellt uns im FM4 Gästezimmer die Lieder vor, die ihn am aktuell intensivsten begleiten.

Von Lisa Schneider

Die Musik des Wiener Musikers Clemens Bäre aka doppelfinger sei den Menschen empfohlen, die sonst gerne bei Oskar Haag, Phoebe Bridgers oder OSKA zuhören. Sie alle schreiben Singer-Songwriter-Pop ohne Übertreibung und beginnen da, wo die meisten guten Lieder im Genre beginnen: an der Gitarre.

Über die letzten Monate hinweg hat sich doppelfinger bei uns mit einer handvoll minimalistisch gehaltener Songs vorgestellt. Seufzen mag man da manchmal und an Bruce Springsteen denken, der für die Nachwelt bewiesen hat, wie gutes Storytelling funktioniert. Clemens Bäre nickt im Gespräch, auch er hat viel Boss-Einfluss erlebt, weniger aber aus eigener Entscheidung heraus als vielmehr deshalb, weil sein Papa (guter Papa!) ein Besessener war. Statt den Nachrichten liefen da abends im Haushalt Bäre halt Springsteen-Livemitschnitte. Man kann schlechter aufwachsen.

Dem allen ist er ein bisschen entwachsen, erzählt Clemens im Interview. Seine Augen blitzen aktuell besonders, wenn Namen wie Aldous Harding oder Adrienne Lenker fallen. Zwei Musiker*innen, die die Singer-Songwriter-Szene mit ihren subversiven, gelenkigen und dann aber oft auch ganz schlichten Texten prägen wie kaum jemand sonst. Poesie.

Am 18. März wird doppelfinger sein erstes Album veröffentlichen, es trägt den Titel „by design“. Bis dahin hat er uns schon mal verraten, welche Inspirationen und Vorbilder wir uns zu diesen neuen Liedern dazu denken können.

Bob Dylan - „One Too Many Mornings“

doppelfinger: „Dieser Song ist der erste in der heutigen Liste, weil ich einfach mit Dylan aufgewachsen bin und er mich sehr beeinflusst hat. Und den Song habe ich eigentlich jetzt erst wieder entdeckt. Man kennt halt die wichtigen Dylan-Hits, aber ich habe einer mir wichtigen Person die Platte geschenkt und habe dann selber nochmal durchgehört. Und bei diesem Song hatte ich dann das Gefühl, dass der mich in dem Moment richtig erwischt hat. Manchmal gehen Songs ja an einem vorbei, und manchmal kommen sie dann wieder zu einem zurück. Das war bei diesem auf jeden Fall so.“

Hand Habits - „Graves“

doppelfinger: "Diesen Song hab ich mitgenommen, weil ich den im Hinterkopf hatte, als ich mein Video zur Single „how to hide" geplant habe (Anm.: siehe oben!). In diesem Video grabe ich ein Grab - und genau das passiert auch in diesem Song.“

Grey Reverend - „Everlasting“

doppelfinger: "Grey Reverend ist für mich ein sehr underrated Künstler. Er kommt aus New York, ein wunderschöner Singer-Songwriter, und in dieser Liste vertreten mit dem sehr existenziellen, hinterfragenden Song namens „Everlasting".“

Adrienne Lenker and Buck Meek - „Money“

doppelfinger: "Ich habe diesen Song auf Tour im August auf- und abgehört. Generell das ganze Album „A Sides“, aber bei dem Lied bin ich immer wieder hängengeblieben. Und dazu habe ich - wahrscheinlich schon zum zehnten Mal - das Buch „1984" von George Orwell gelesen. Und irgendwie haben sich da zwei Welten vereint, deshalb ist der Song jetzt auch in dieser Liste, weil er mir sehr wichtig ist.“

Lukas Lauermann - „lusion / existence“

doppelfinger: "Lukas Lauermann wird auch auf meinem Album vertreten sein wird, wie so viele Menschen, die mir unglaublich wichtig sind in dieser österreichischen Musikbubble. Nur bei Lukas war’s für mich fast schon befremdlich, dass er zugesagt hat, weil ich 2020/21 sein Album „In“ entdeckt und auf- und abgehört habe. Jetzt habe ich den Song „lusion / existence" ausgewählt, weil er sehr atmosphärisch und reduziert anfängt, und noch dazu sehr kurz ist, weil er mit dem später einsetzenden Cello trotzdem sehr pompös wird, aber intim bleibt. Der musste in diese Liste!“

Aldous Harding - „Swell Does the Skull“

doppelfinger: "Aldous Harding ist eine meiner absoluten Lieblingsünstler*innen auf diesem Planeten. Im Song „Swell Does the Skull“ fühle ich mich sehr gespiegelt, vor allem, wenn sie sagt: „Music, always music". Eine Person, die ich als Künstlerin extrem bewundere, von der ich wahrscheinlich jedes Interview, das sie je gegeben hat, gehört oder gesehen habe.“

Randy Newman - „Lost Without You“

doppelfinger: „Randy Newman ist ein Songwriter, den ich seit meiner Kindheit - wahrscheinlich auch wegen der Pixar-Filme - immer bewundert habe. In diesem Song geht es um einen Vater, der die Kinder ans Sterbebett der Mutter begleitet. Mir ist das Lied so hängengeblieben als Beweis dafür, was für ein großartiger Geschichtenerzähler Randy Newman ist: der eine Geschichte so interessant verpacken und sie gleichzeitig so klar darstellen kann.“

doppelfinger: "Als letzten Song habe ich „Doing the Wrong Thing" von Kaki King, meiner Lieblingsgitarristin, ausgesucht. Der hat mich über die ganze Albumproduktion hinweg begleitet, weil ich sie für ihre technischen, aber auch für ihre kreativen Fähigkeiten sehr bewundere.“

Kaki King - „Doing the Wrong Thing“

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