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Eli Preiss umringt von Lichtpunkten

Schnenkel

Eli Preiss erreicht das nächste Level

Die Wienerin taucht auf ihrem Debütalbum „LVL UP“ metaphorisch in ihre liebsten Computerspiel-Welten ein und erweitert nebenbei ihre musikalische Palette.

Von Stefan Trischler

Da sage noch einer, die Generation Playlist hätte keine Wertschätzung mehr für das Album. Eli Preiss hat vor der ehemaligen Königsdisziplin des Pop gehörigen Respekt. Es steht für sie für große Konzepte und eine hörbar wie inhaltlich zusammenhängende Geschichte. Als Beispiele dafür fallen ihr neben Ausnahmerapper Kendrick Lamar Pop-Giganten wie die Beatles oder Pink Floyd ein. Dementsprechend ist die Wiener Sängerin und Rapperin mit Ehrfurcht an ihr erstes Album gegangen, nachdem sie sich mit EPs und Singles in recht kurzer Zeit einen guten Namen gemacht hat.

Der rote Faden, der sich durch LVL UP zieht, ist pixelig. Die Welt der Computerspiele begleitet Eli seit ihrer Jugend, von Snake auf ihrem ersten Telefon zu den Sims, ins Universum um Super Mario und später auch zum spaßigen Multiplayer-Fighter Super Smash Bros. Klassischen Kampfspielen á la Street Fighter 2 oder Mortal Kombat hat die Wienerin auch in einem ihrer durchdachten Videos ein Denkmal gesetzt:

Neben zahlreichen Gaming-Referenzen konzentriert sich Eli Preiss in ihren Texten auf selbstbewusste Weiblichkeit und den Kampf gegen veraltete Denkweisen, die auch in der deutschsprachigen Rap-Welt besonders laut in diversen Kommentarspalten versammeln. Mit diesem Wissen fällt es der Wienerin nicht leicht, Einblicke in ihrer innere Gefühlswelt zu gewähren - das soll aber in Zukunft wieder öfter passieren.

Eli Preiss live in Österreich:

26.06. FM4-Bühne beim Donauinselfest Wien
09.07. Electric Love Salzburg
13.07. Seifenfabrik Graz
22.07. Fifty Twenty Festival Salzburg
30.07. OKH Vöcklabruck
17.08. Frequency St. Pölten

Stark vom R&B um die Jahrtausendwende geprägt, hat Eli Preiss im letzten Jahr immer mehr Rap in ihre Songs einfließen lassen. Auf ‚LVL UP‘ wechselt sie mühelos zwischen Singsang, großen Gesangslinien oder verspielten Rap-Flows. Die musikalische Unterlagen haben ihr wie schon öfters Swift Circle-Kollege prodbypengg, Live-Kompangnon (siehe Konzerttermine weiter oben!) Tschickgott oder Studio-Tausendsassa MNPHB maßgeschneidert, neu dabei ist etwa Matt Mendo aus Berlin. Die Beats bleiben nicht auf übliche HipHop-Tempi beschränkt, es gibt auch Ausflüge in Richtung 2Step Garage, House und Drum’n’Bass - letzteres für Eli Preiss eine Rückbesinnung auf ihre Nächte als Teenage-Ravegirl.

Diese musikalische Vielseitigkeit gepaart mit dem hohen Maßstab, den Eli Preiss sichtlich an alle Aspekte ihrer Arbeit anlegt, lässt für die Zukunft viel erwarten. Für eine Präsentation ihres Albums in Berlin hat die Künstlerin sich etwa eine VR-Welt bauen lassen. Die Technologie fasziniert sie, weil sie darin Parallelen zu ihren luziden Träumen erkennt. Eli Preiss’ Ambitionen sind also weit größer als nur ein paar gut streamende Singles - von wegen Generation Playlist!

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