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Lola Fürst, Spitzenkandidatin des KSV-LiLi

KSV-LiLi

ÖH-Wahl 2023

ÖH-Wahl 2023: KSV-LiLi kämpft für eine starke, linke ÖH

Bei der ÖH-Wahl will sich der Kommunistische Student*innenverband Linke Liste für eine starke ÖH, abseits von Parteikarrierehoffnungen und Kuschelkurs mit der Regierung einsetzen.

Von René Froschmayer

Ihre Wahlplakate sind fast ausschließlich schwarz bedruckt – an der unteren Kante der Holzaufsteller steht: „Vota Comunista“. Ist es die Schlichtheit der tapezierten, dreiseitigen Plakataufsteller der KSV-LiLi, die den Wähler*innen bei der ÖH-Wahl im Gedächtnis hängen bleiben sollen? „Mit eurer Stimme können wir fliegen“ steht auf einer der anderen zwei Seiten des Aufstellers – so lautet das diesjährige Motto der kommunistischen ÖH-Fraktion.

Wohin KSV-LiLi fliegen will? „In eine befreite Gesellschaft! Für uns bedeutet das in eine kommunistische Gesellschaft, in der alle Leute ein gutes Leben, ohne ausbeuterischen Systemen leben können.“, erklärt KSV-LiLi Spitzenkandidatin Lola Fürst. Diese Gesellschaft findet auch an Hochschulen statt, deshalb wollen sie auch dort dafür kämpfen. Der KSV-LiLi will sich für eine Gesellschaft einsetzen, die nicht vom Patriachat geprägt und von Rassismus durchzogen ist.

Zähne zeigen statt Kuschelkurs

Von 9. bis 11. Mai findet die ÖH Wahl 2023 statt. Studierende wählen die Bundesvertretung, die Hochschulvertretung und die Studienvertretungen. Auf fm4.ORF.at stellen wir euch alle 9 Fraktionen, die bundesweit antreten, vor.

Die Wahlbeteiligung bei der letzten ÖH-Wahl im Jahr 2021 verzeichnete ein Rekordtief. So wenig Studierende wie noch nie zuvor gaben in der Wahlkabine ihre Stimme ab. Die Corona-Pandemie dürfte den Wahlkampf überschattet haben.

Unabhängig von der Pandemie sehen einige Studierende der Österreichischen Hochschüler*innenschaft kritisch gegenüber – vor allem gegenüber der ÖH-Bundesvertretung. Eine davon ist auch Lola Fürst. „Die Bundes-ÖH macht so viel weniger als sie machen könnte.“, merkt Fürst an. Unser größtes Thema bei der Wahl ist für eine starke Studierendenvertretung ist, die wie eine Gewerkschaft bei der Regierung Druck macht, um die Interessen der Studierenden zu vertreten. Wir wollen nicht, dass die Bundes-ÖH zu einer Art Politikspiel für große Fraktionen wird, in dem Funktionär*innen auf eine Parteikarriere hoffen“, so die KSV-LiLi Spitzenkandidatin.

Lola Fürst ist 21 Jahre alt, studiert in Innsbruck Philosophie und ist die Spitzenkandidatin des KSV-LiLi’s bei der diesjährigen ÖH-Wahl. Mehr zu Fraktion findet ihr hier!

Das Alleinstellungsmerkmal der Linken Liste sei, so Lola Fürst, dass sie sich von ihren Werten nicht abweichen lassen, sie sich für ihre Inhalte wirklich einsetzen werden. Als kommunistische Fraktion lehnt der KSV-LiLi den Kapitalismus ab, tritt gegen Faschismus und Rassismus auf und versteht sich als feministische Fraktion.

Ein Studium für Alle

Mit zwei Mandaten saß der KSV-LiLi in der auslaufenden Legislaturperiode in der ÖH-Bundesvertretung. An der Hochschüler*innenschaft der Universität Wien konnten sie zusammen mit dem VSStÖ die Exekutive bilden. Dort haben sie ein Antifa-Referat eingerichtet und Proteste unterstützt. Denn: „Der KSV-LiLi ist immer auch eine starke und kritische linke Stimme für Studierende, wenn seitens der Regierung Verschlechterungen kommen – selbst, wenn das oft passiert“, merkt Lola Fürst an.

Der KSV-LiLi möchte sich auch in der kommenden ÖH-Periode für zugängliche und leistbare Hochschulen für Alle einsetze. „Deshalb fordern wir für alle Studis eine Grundsicherung und Krankenversicherung.“. Die Fraktion positioniert sich klar gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen.

Spitzenkandidatin KSV-Lili

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Nach drei Jahren Pandemie hat sich das Studierendenleben gewandelt. Während manche Studierenden den direkten Vergleich aus Vor-Corona-Zeiten sehen, hat für andere das akademische Leben nach der Pandemie begonnen. Die hybride Lehre sieht Lola Fürst als gutes Learning der Hochschulen aus dieser Ausnahmezeit. Dort gäbe es jedoch noch massiven Ausbaubedarf, so die Spitzenkandidatin. Ein Ende der Krisen ist unabsehbar. Deshalb möchte sich der KSV-LiLi für finanzielle Studierendenhilfen einsetzen. „Es ist auch möglich, an Hochschulen feministischen Aktivismus zu betreiben“, meint die KSV-LiLi-Spitzenkandidatin - deshalb will sie sich in der nächsten ÖH-Periode für einen ÖH-Fonds für Abtreibungen einsetzen und eine Freistellung für Studierende bei Menstruationsbeschwerden etablieren.

Eine linke ÖH - ohne AG, JUNOS und RFS

Neun Listen sind im Rennen um Mandate in der Studierendenvertretung und einen Platz in der ÖH-Exekutive. Zwei der Fraktionen sind ein KSV – der KSV-KJÖ und eben der KSV-LiLi. 2006 kam es zur Spaltung der bis dahin vereinten „Kommunistischen StudentInnenverbands“. Was die beiden Fraktionen unterscheidet, worum es bei den Streitigkeiten ging – und welche Rolle der Nahost-Konflikt dabei spielt, ist hier nachzulesen.

„Unser grundsätzlich anderer Zugang zur politischen Arbeit unterscheidet uns von der [KSV] KJÖ. Anstatt auf eine gesellschaftliche Revolution zu warten, wollen wir im hier und jetzt Schritte für eine befreite Gesellschaft setzen.“ – so hebt sich nach Lola Fürst der KSV-LiLi von der zweiten kommunistischen Liste ab.

Sollte der KSV-LiLi erneut den Einzug in die Bundesvertretung schaffen, verspricht Lola Fürst ein linke ÖH – eine Koalition mit AG, JUNOS und RFS sei ausgeschlossen.

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