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Edna Million

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song zum sonntag

Der Song zum Sonntag: Edna Million - „Actress Out Of Line“

Schreibt diesen Namen ganz oben drauf: Edna Million wird uns noch lange begleiten.

Von Lisa Schneider

Was sind Klischees, und soll man sie lieber weglassen? Je mehr Jahre, desto mehr Erfahrungen, und dann halt auch desto mehr Eigenständigkeiten im Ausdruck: Irgendwo muss man ja anfangen, das Selbstbild Stück für Stück aufzubauen und gleichzeitig abzulösen von dem, was alle anderen manchen. Manche schaffen’s eh nie, andere werden groß.

Edna Million spielt heute, Sonntag, am letzten Popfestabend, in der Wiener Karlskirche. Das ist gut, weil beruhigend, sagt sie davor, es ist natürlich auch arg, da zu spielen, wo man schon seit Kindheitstagen ständig vorbeiläuft, und dann noch an einem mittlerweile Ort, wo sich jährlich wichtige Dinge tun. Oskar Haag war so ein Kandidat, Sophia Blenda war es letztes Jahr, und ab heute Abend gehört Edna Million hinein in eine Liste, die wir wohl den Popzukunftswunschzettel nennen dürfen.

  • Alle Songs zum Sonntag auf FM4
  • Auch die geschätzten Wissenschafts- und Popjournalist*innen Thomas Kramar und Heide Rampetzreiter machen sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song ihre Gedanken.

„Actress Out Of Line“ heißt das neue Lied von Edna Million, schnell noch fertiggeschrieben fürs Vor-dem-Altar-Sitzen, um in die müden, glücklichen Gesichter zu schauen und ein bisschen mehr von sich zu erzählen. Die Karlskirche ist damit noch ein Ort mehr, den sich Edna Million schnappt, im Lied reist sie aber ganz woanders hin. Musik ist im besten Fall Transportmittel und Gefühlsverstärker, wir packen all die riesigen Emotionen ein und gehen auf die Reise.

Die Busse sind voll, wir stranden in Wüstenhotels und sind dann tatsächlich am Strand, Wellenklatschen und endlose Sicht. Da ist etwas ganz Altes, natürlich in der Stimme und dann aber auch im Ausdruck, so stellen wir uns vor, hat vielleicht auch Patti Smith gedacht, als sie noch sehr jung und ihre Notizbücher noch nicht bis über die Seiten hinaus vollgekritzelt waren. Poet:innen und Schauspieler:innen und die romantische Idee davon, dass die ja doch viel mehr Einblick haben in die Art, wie die Welt sich selbst verrückt macht. Das ist es ja aber genau, wofür wir sie am meisten schätzen.

Klischees also, schon ein bisschen eine self-fulfilling prophecy, jedenfalls dann, wenn man es richtig angeht. Tief drinnen steckt da nämlich immer eine Wiederholung der Dinge, die mal ganz gut waren, wieso sollten sie sonst im Katalog stehen.

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