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Titelbild Super Mario Bros. Wonder mit Hauptfiguren

Nintendo

Das beste Mario-Game seit Langem

„Super Mario Bros. Wonder“ ist viel mehr als ein einfaches 2D-Jump’n’Run. Es ist ein Game voller Überraschung, mit aufpoliertem Look und einer gut geölten Spielmechanik – ein lang ersehntes Highlight für die Nintendo Switch.

Von David Riegler

Vor fast 40 Jahren erschien die erste Ausgabe von „Super Mario Bros.“, die das 2D-Jump’n’Run-Genre maßgeblich prägte und jahrelang die Listen der meistverkauften Videospiele anführte. Der italienische Klempner Mario ist seitdem die Hauptfigur in unzähligen Spielen und Versionen. Von 3D-Abenteuern mit non-linearer Geschichte, bis hin zu Mario als Golfer oder Rennfahrer.

Jetzt hat sich Nintendo wieder auf seine Wurzeln besinnt und mit „Super Mario Bros. Wonder“ ein Spiel herausgebracht, das das Erfolgsrezept vom ersten „Super Mario Bros.“-Teil mit einer modernen Bubblegum-Optik, vielen Überraschungen und einer reibungslosen Spielmechanik kombiniert.

Bowser ist wie immer einfach nur böse

Die Handlung des Spiels ist schnell erklärt und wird auch flott am Anfang abgehandelt. Einige bekannte Gesichter aus dem Pilzkönigreich, wie Mario, Luigi, Peach, Toad oder Yoshi, werden von der Raupe Prinz Florian ins Blumenkönigreich eingeladen, in dem es sogenannte Wunderblumen gibt. Nach gewohnter Manier kommt Bösewicht Bowser, stiehlt sich eine Wunderblume und nutzt sie, um Unheil im Königreich zu verbreiten. Mehr Tiefgang hat die Story nicht und die Motivation von Bowser ist auch nicht klar. Die Handlung ist aber in einem 2D-Jump’n’Run auch nicht unbedingt wichtig. Unser Auftrag ist klar: Wir müssen mit einer Figur unserer Wahl Level für Level durchlaufen, bis wir Bowser im großen Endgegner-Kampf besiegen können.

Screenshot aus Game: Mario reitet auf grüner Wurm-Röhre

Ninteno

Das Spielprinzip wirkt auf den ersten Blick sehr simpel, immerhin hüpft und läuft man einfach von links nach rechts. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass man dabei einiges falsch machen kann. Schon eine kleine Fehleinstellung sorgt für nerviges Steckenbleiben oder reißt einen aus dem Spielfluss heraus. Nicht so bei „Super Mario Bros. Wonder“. Das Spiel weiß ganz genau, wo man hinwill und in welchem Moment man welchen Knopf drückt. Man gleitet förmlich durch die Welt und kann das Spieldesign ohne Ablenkungen genießen.

Bunter und lebendiger als je zuvor

Die Welten in Mario-Spielen sind immer farbenfroh, aber „Super Mario Bros. Wonder“ setzt neue Maßstäbe in Sachen Liebe zum Detail. Es ist wunderschön animiert und in jeder Ecke des Bildes lassen sich kleine Gimmicks finden, die das Spiel lebendig machen. Die Gesichtsausdrücke, die Bewegungen der Pflanzen und Bäume und die Gesten beim Hüpfen tragen maßgeblich dazu bei, dass man sich in diesem Spiel wohlfühlt.

Mario fliegt im Wind

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Neben Klassikern wie dem Pilz und der Feuerblume, gibt es Power-Ups, die man zum ersten Mal im Mario-Universum finden kann, zum Beispiel die Elefantenfrucht. Sie macht unseren Character zum Elefanten, der mit seinem Rüssel Feinde in die Luft schlagen kann und Wasser verspritzt. Schon bei der Veröffentlichung des Trailers hat die Elefantengestalt Memes ausgelöst.

Eine Welt voller Wunder

Jedes Level von links nach recht zu durchlaufen könnte ganz schön repetitiv sein, aber genau hier kommen die Wunder zum Einsatz, die dem Spiel seinen Namen geben. Fast jedes Level hat eine Wunderblume und wenn diese zum Einsatz kommt, kann so ziemlich alles passieren. Die Welt kann plötzlich zu einer riesigen Disco werden, in der die Blumen tanzen, oder es gibt plötzlich keine Schwerkfraft mehr. Eine Herde an Comic-Bullen kann plötzlich durch die Welten laufen und unsere Spielfigur mitnehmen oder wir verwandeln uns in eine riesige Bowlingkugel mit Stacheln, die durch die Welt fegt. Diese Wunder sorgen dafür, dass sich „Super Mario Bros. Wonder“ wie ein völlig verrückter Trip anfühlt, bei dem man nie so genau vorhersagen kann, was als nächsten passiert.

Mario reitet auf Bullenherde

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Hier spürt man die Kreativität der Level-Designer:innen, denen es gelingt, die fantastische Welt mit allerhand Überraschungen aufzuladen und Langeweile erst gar nicht zuzulassen. Außerdem gibt es geheime Wege und Zusatzareale, die einen immer wieder aus der linearen Levelstruktur ausbrechen lassen. Das gibt einem das Gefühl von Freiheit im Spiel, auch wenn es grundsätzlich einen vorgegebenen Weg durch die Level gibt.

„Super Mario Bros. Wonder“ ist ab 20.10. für die Nintendo Switch erhältlich.

Ein letztes Highlight für die Switch?

Bei aller Euphorie muss man hinzufügen, dass natürlich auch „Super Mario Bros. Wonder“ nicht perfekt ist. Neben der flachen Story hat man auch bei Zwischenboss-Kämpfen immer wieder mit dem gleichen Bowser Junior zu tun, der kein besonders spannender Gegner ist. Das größte Manko ist allerdings der Multiplayer-Modus, bei dem man die Mitspieler:innen nur als Silhouette sieht und nicht mit ihnen interagieren kann. Die Spielerlebnisse verflechten sich nicht und man spielt nur nebeneinander her. Der lokale Multiplayer-Modus für bis zu 4 Spieler:innen macht da deutlich mehr Spaß.

Die blaue Wunderblume

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Das sind aber nur Kleinigkeit wenn man es dem gegenüberstellt, was man bei „Super Mario Bros. Wonder“ sonst alles bekommt. Es macht Spaß, es ist lebendig, es läuft flüssig und es überrascht.

Nintendo soll gerüchteweise schon im nächsten Jahr eine neue Konsole veröffentlichen, die die Nintendo Switch ablösen wird. „Super Mario Bros. Wonder“ könnte also ein letztes großes Highlight für die Ära dieser Konsole sein. Besser kann ein (möglicher) Abschied nicht sein.

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