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"Windstärke 17" von Caroline Wahl

Dumont Verlag

Caroline Wahl – Windstärke 17

Schwimmend dem traurigen Alltag entkommen: Was schon bei dem Bestseller „22 Bahnen“ in einem Freibad gelang, passiert in der Fortsetzung „Windstärke 17“ an der mitunter rauen Ostsee. Die Autorin Caroline Wahl schwimmt jedenfalls gekonnt auf der Erfolgswelle.

Von Zita Bereuter

„Draußen Nebel, leichter Nieselregen. Perfektes Schwimmwetter, wobei eine unheimliche Stimmung in der Luft liegt."
Ida schwimmt wieder. Ida, die man als die kleine Schwester in "22 Bahnen“ kennt. Dem Roman von Caroline Wahl, der im Vorjahr lange auf vielen Bestsellerlisten (und auch im FM4 Exit Poll) zu finden war und der auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde - u.a. als Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels 2023. Die Taschenbuch-Ausgabe landete direkt nach der Veröffentlichung im April auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

"Windstärke 17" von Caroline Wahl

Dumont Verlag

„Windstärke 17“ von Caroline Wahl ist bei Dumont erschienen.

Ida ist nun in „Windstärke 17“ allerdings nicht mehr das kleine liebe Mädchen, das gerne zeichnet und sich Geschichten ausdenkt. Sie ist jetzt Anfang 20. Eine wütende, unzurechenbare Frau, die jede Entscheidung, die sie trifft, stets bereut, sich „als tickende Zeitbombe“ sieht und das Gefühl hat, ihr "ganzes Leben scheint eine Übergangslösung zu sein“. Nachdem ihre Mutter gerade erst an einer Überdosis gestorben ist, verlässt Ida die Kleinstadt und flüchtet ans Meer – an die Ostsee nach Rügen.

„Was mache ich hier eigentlich? Ich dachte, wenn ich weit genug weg bin, dann sind die Gedanken leiser. Aber sie sind laut, und sie tun weh. Ich nehme mehrere zu tiefe Züge von dem zu starken Joint und hoffe auf Betäubung. Die nicht kommt. Stattdessen denke ich an Mama, wie sie fünf Tage vor ihrem Tod an meine Tür geklopft hat.“

Auf Rügen jobbt sie in einer Hafenkneipe und geht täglich in die Ostsee schwimmen. Je schlechter das Wetter, desto besser. Denn auch in Ida tobt ein Sturm – sie träumt regelmäßig vom Tod ihrer Mutter und fühlt sich häufig schuldig. Und dann lernt sie einen Typen auf Rügen kennen, der auch schweres Gepäck aus seiner Vergangenheit mit sich trägt.

Eine komplizierte Beziehung und die Liebe zum Schwimmen bei schlechtem Wetter sind nur zwei von etlichen Gemeinsamkeiten zwischen „Windstärke 17“ und „22 Bahnen“. Caroline Wahl hat die Fortsetzung direkt im Anschluss an ihr Debüt geschrieben - das dortige Happy End wollte sie nicht so stehen lassen. Und so ist ihr eine weitere Coming-Of-Age-Geschichte gelungen, in der es auch um Trauer, Schuldgefühle und familiäre Beziehungen geht. So wie sie mit ihrem Debüt wohl einen Nerv getroffen hat, wird ihr das mit der Fortsetzung „Windstärke 17“ auch gelingen.

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