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Aktueller Musiktitel:

Lizzie Fitch / Ryan Trecartin, Premise Place (edit 1) (2009)

Ryan Trecartin Courtesy Sammlung Goetz, München

Donaufestival 2018

Nadah El Shazly, Mhysa, James Holden, Godspeed! You Black Emperor uvm.: Das Donaufestival verrät erste Details zu den diesjährigen Tageslineups

Von Katharina Seidler

Mit dem Freuen auf eine Festivalsaison kann man bekanntlich nicht früh genug beginnen, und was das Donaufestival betrifft, das in weniger als drei Monaten zu seinem gewohnten Termin Ende April/Anfang Mai über die Bühnen von Krems geht, erleichtern die soeben verkündeten Tages-Lineups seit heute die Planung.

FM4 präsentiert: Donaufestival 2018

Von 27.04. bis 06.05.2018 an zwei Wochenenden in Krems.

Alle Programminfos hier.

Blitz und Donner gehen etwa bereits am Eröffnungstag über Stadtsaal, Minoritenkirche und Hallen nieder, wenn die amerikanischen Noise-Rock-Berserker Lightning Bolt mit einem lang vermissten Österreich-Konzert auf die kanadischen Postrock-Gottheiten Godspeed You! Black Emperor treffen. „We are trapped in the belly of this horrible machine, and the machine is bleeding to death“ - hinter der bei Godspeed beschworenen Apokalypse steht aber immer auch die Hoffnung auf einen neuen Morgen.

Am selben Tag kann man mit Laurel Halo in den verdrehten Pop ihres Letztjahres-Meisterwerks „Dust“ eintauchen, oder bei der Performance „Medusa Bionic Rise“ des Kollektivs The Agency in einem Fitness-Parcours die Wieder-Erfindung und Propagierung eines neuen Zukunfts-Menschen zwischen Designerdroge und Selbstoptimierungs-Wahn erleben.

Godspeed You Black Emperor

David Visnjic / donaufestival

Godspeed You! Black Emperor

Die aus dem letzten Jahr bereits gut bewährte Dominikanerkirche im Zentrum von Krems wird auch heuer zur Festivalbühne. Das heimische Tanz- und Performance-Kollektiv Liquid Loft inszeniert dort mit der „Church of Ignorance“ eine babylonische Sprachverwirrung, bei der die Teilnehmenden zwischen Körpersprache und Sprachfetzen aus europäischen Sprachinseln, die als mp3s durch ihre sich bewegende Münder strömen, eine eigene Form der Verständigung suchen.

Ein Highlight im Musikprogramm ist der Auftritt der ägyptischen Musikerin Nadah El Shazly. Aus einer Vergangenheit zwischen Punk, Postpunk und einer Erziehung im deutschen Gymnasium in Kairo erwachsen bei ihr wundersame Klanggebilde zwischen arabischer Musiktradition, Free Jazz und experimenteller Impro-Elektronik.

Dem Freejazz hat sich auch Clubmusik-Freigeist James Holden verschrieben, der sowohl mit seinen bisherigen fantastischen Soloalben als auch mit seinem Label Border Community schon immer am Aufbrecher der Strukturen von Club-Traditionen interessiert war. Auf Holdens neuestem Werk „The Animal Spirits“ wandelt er gemeinsam mit seiner Band The Animal Spirits (mit Mitgliedern wie Etienne Jaumet oder Tom Page von Rocketnumbernine) auf den Spuren von spirituellem Jazz und Krautrock und findet dort zur tanzbaren Hypnose.

James Holden

Laura Lewis

James Holden

Aus Südafrika reist das Musik- und Performance-Duo FAKA zum Donaufestival, das den südafrikanischen Club-Hype der letzten Jahre Gqom mit exzentrisch-queerer Inszenierung, Noise, Pop und sogar verfremdetem Gospel-Soul kurzschließt.

Die Musik der US-amerikanischen Multimediakünstlerin Mhysa indessen entwickelt zwischen futuristischem R’n’B, dekonstruierter Clubmusik und der reservierten Kühle ihrer Stimme eine Faszination, die einen ebenso mitreißt wie auch auf Abstand hält.

Und dann wäre da natürlich noch die 8-stündige Freecore-Schiene des Donaufestivals, as waves go by, bei der man am Abschlusstag noch auf Seelenheil und Katharsis hoffen darf.

Die permanente Multimedia-Installation „Premise Place (edit 1)“ von Ryan Trecartin und Lizzie Fitch (siehe auch Titelbild dieser Geschichte) in der Kunsthalle Krems stellt inzwischen Fragen nach Identität im Hyperkapitalismus aus Youtube-Tutorials und Trash-TV.

Zwischen babylonischer Sprachverwirrung, Fitness-Trainigscamp, zerhäckselter Clubmusik und elegischem Postrock, ägyptischer Experimentalelektronik und freigeistigem Jazz bleibt das Donaufestival seinem Grundmotto „Redefining Arts“ (zusätzlich zu dem diesjährigen Leitmotiv, das gemeinsam mit dem vollständigen Lineup am 8.März 2018 präsentiert wird) wieder treu.

Die Tagesprogramme

TAG 1: 27. April 2018

Sound

  • Godspeed You! Black Emperor 
  • Laurel Halo 
  • Lightning Bolt 
     
    Performance
  • The Agency: Medusa Bionic Rise


 
 
TAG 2: 28. April 2018

Sound

  • ZONAL & Moor Mother 
  • MHYSA 
  • Orson Hentschel 
  • Lotic
     
    Performance
  • The Agency: Medusa Bionic Rise
  • Liquid Loft: Church of Ignorance
Liquid Loft performance still

Chris Haring / Liquid Loft

Liquid Loft

TAG 3: 29. April 2018

Sound

  • The Space Lady
  • Demdike Stare LIVE AV w/Michael England
  • Gravetemple
  • EX EYE
     
    Performance
  • The Agency: Medusa Bionic Rise
  • Liquid Loft: Church of Ignorance 
     
    Permanent: Art
  • Ryan Trecartin: Premise Place (edit 1) - Multimedia-Installation (Kunsthalle Krems)
Lizzie Fitch / Ryan Trecartin, Premise Place (edit 1) (2009)

Ryan Trecartin Courtesy Sammlung Goetz, München

Lizzie Fitch / Ryan Trecartin, Premise Place (edit 1) (2009)

TAG 4: 04. Mai 2018

Sound

  • Amnesia Scanner 
  • James Holden & The Animal Spirits
  • FAKA
     
    Performance
  • Ryan Trecartin/Felix Rothenhäusler: The Re’Search
  • Barbis Ruder: CHANNELING #likemetoo

TAG 5: 05. Mai 2018

Sound

  • Nadah El Shazly
  • Manuel Göttsching
  • Pan Daijing
  • Perc
     
    Performance
  • Ryan Trecartin/Felix Rothenhäusler: The Re’Search
  • Rudi van der Merwe: Trophée
  • Barbis Ruder: CHANNELING #likemetoo
     
     
    TAG 6: 06. Mai 2018

Sound

  • Circuit des Yeux
  • Molly Nilsson
  • Big|Brave
  • Deerhoof
     
    Performance
  • Rudi van der Merwe: Trophée
     

Permanent: Art

  • Ryan Trecartin: Premise Place (edit 1) - Multimedia-Installation (Kunsthalle Krems)

Aktuell: