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Chinese President Xi Jinping and Indian Prime Minister Narendra Modi attend the Dialogue of Emerging Market and Developing Countries on the sidelines of the 2017 BRICS Summit in Xiamen

WU HONG / POOL / AFP

rewind 2017

Diese 3 Außenpolitik-Geschichten hast du übersehen

Trump, Brexit, Syrien. 2017 war ein ereignisreiches Jahr. Einige Meldungen sind dabei untergegangen. Hier sind unsere Top 3.

von Ali Cem Deniz

Militärputsch oder Satire?

Dieses Jahr gab es einen Putschversuch. Es geht nicht um die Türkei, und auch nicht um Zimbabwe, sondern um Deutschland. Das behauptet jedenfalls die deutsche Bundeswehr.

Ein Oberleutnant soll am 12. Mai bei einer Veranstaltung vor vierzig Soldaten zum Putsch gegen Verteidigungsministerin und Oberbefehlshaberin Ursula von der Leyen aufgerufen haben. Daraufhin schaltete ein anwesender Inspektor den militärischen Geheimdienst ein.

Deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einer Truppenübung

APA/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Der 44-Jährige spricht von einer satirischen Übertreibung. Er hätte lediglich die Ministerin wegen ihrer Reaktion auf die Aufdeckung einer rechtsextremen Zelle rundum Franco A. in der Bundeswehr kritisiert. Der Offizier behauptet, dass die Ministerin keine Kritik dulde und hat selbst Anzeige gegen seine Oberbefehlshaberin erstattet. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt.

Kuriose Beziehungen

Das ist nicht die einzige kuriose Meldung, in der es um Rechtsextreme geht. Ungarische Medien haben im November behauptet, dass Salah Abdeslam, Drahtzieher der Paris-Anschläge von 2016, Kontakt zu rechtsradikalen „Ungarischen Nationalen Front“ hatte.

Zwei Monate vor den Anschlägen soll er sich in Budapest mit Neo-Nazis getroffen haben. Die Medien berufen sich auf eine nicht-öffentliche Sitzung des Sicherheitsausschusses im ungarischen Parlament.

Die Regierung hält sich bedeckt. Die „Ungarische Nationale Front“ hat letztes Jahr wegen ihrer angeblichen Nähe zu russischen Geheimdiensten in Ungarn für Schlagzeilen gesorgt. Bei einer Razzia gegen die Gruppe kam es zum Schusswechsel, bei dem ein Polizist ums Leben kam.

Was sicher ist: Abdeslam war mehrmals in Ungarn. Der belgischen Staatsanwaltschaft zufolge wurde der Paris-Attentäter dabei sogar an der österreichischen Grenzen angehalten. Er konnte sich aber mit falschen Papieren einer Verhaftung entziehen.

China vs. Indien

Das G20-Treffen in Hamburg war eines der wichtigsten medialen Ereignisse des Jahres. Doch auch da gab es Details, die untergingen. Ein geplantes Treffen zwischen dem indischen Premierminister Narendra Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wurde abgesagt. Grund dafür ist ein neu entfachter Grenzstreit.

In der dünnbesiedelten Gebirgsregion Dolkam hat es im Sommer lautes Säbelrasseln zwischen China und Indien gegeben. Grund: ein Straßenbau der Chinesen in der umstrittenen Region, die sowohl China also auch Bhutan für sich reklamieren. Indien sieht sich als Schutzmacht von Bhutan und das Vorrücken Chinas als Bedrohung für die eigene Sicherheit. Deshalb hat Neu-Delhi als Reaktion im Juni indische Truppen in Doklam stationiert und den Bau der Straße verhindert.

Treffen der BRICS-Staaten 2016

CC-BY-SA-2.0

Beim zweimonatigen Stand-Off zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Nationen der Welt soll es kurze Schusswechsel mit Verletzten gegeben haben. Der Konflikt ist nicht neu und hat 1962 schon einmal zum Krieg zwischen den beiden Ländern geführt. Bei diesem Grenzkrieg, der nur einen Monat gedauert hat, haben tausende Menschen ihr Leben verloren. Seither kommt es regelmäßig zu Spannungen in der Region.

Nach dem gescheiterten Vermittlungsversuch auf dem G20-Gipfel, haben sich die beiden Länder im September auf eine diplomatische Lösung geeinigt. Medienberichten zufolge stehen die Truppen aber noch immer in Doklam.

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