FM4-Logo

jetzt live:

Aktueller Musiktitel:

SpitzenkandidatInnen von KSV und KSV-Lili

KSV-KJÖ / KSV-Lili

ÖH-WAHL

Das Linksaußen-Duell bei der ÖH-Wahl: KSV gegen KSV-Lili

Gleich zwei kommunistische Fraktionen gehen in der ÖH-Wahl ins Rennen. Äußerlich sind KSV-KJÖ und KSV-LiLi sich zum Verwechseln ähnlich. Was unterscheidet die zwei Gruppen?

von Ali Cem Deniz

Der Wahlabend am 18. Mai wird für die meisten ÖH-Fraktionen das Finale eines langen Wahlkampfs sein. Für die zwei kommunistischen StudentInnenverbände ist die Wahl vor allem ein Vehikel für große gesellschaftliche Veränderungen. Auch dieses Mal treten der Kommunistische StudentInnenverband – Kommunistische Jugend Österreich und der Kommunistische StudentInnenverband – Linke Liste getrennt an. Nicht nur die Namen sorgen für Verwirrung, auch bei den Farben und den Inhalten gibt es Überschneidungen. Und beide Listen haben derzeit je ein Mandat in der Bundesvertretung.

Die SpitzenkandidatInnen:

Lukas Haslwanter(KSV-KJÖ) ist 27 Jahre alt und studiert seit zwei Jahren Geschichte an der Universität Innsbruck.

Frederike Schuh (KSV_LiLi) ist 26 Jahre alt und studiert an der Uni Wien Philosophie.

Der KSV wurde 1972 gegründet und hat derzeit ein Mandat in der ÖH-Bundesvertretung. Der Spitzenkandidat heißt dieses Mal Lukas Haslwanter und studiert an der Uni Innsbruck Geschichte. Den Unterschied zu den anderen linken Fraktionen sieht er im Fokus auf Klassenkampf und die soziale Allianz. Der 27-Jährige arbeitet neben dem Studium als Bäcker und war auch vor der Uni in der kommunistischen Politik aktiv.

Als er vor zwei Jahren mit seinem Studium angefangen hat, hat er sich ab der ersten Stunde auch an der Uni politisch engagiert. Als Spitzenkandidat macht er sich für die Wiedereinführung des Diplomstudiums und die Abschaffung des Bachelor/Master-Systems ab. „Es gibt kaum noch Wahlfächer und der Zugang zum Master wird beschränkt. Die internationale Vergleichbarkeit funktioniert auch nicht“, sagt Haslwanter.

Die Fraktion

Beide Fraktionen haben bei den ÖH Wahlen 2015 jeweils 1 Mandat in der Bundesvertretung erhalten. Dabei kam der KSV-KJÖ (2,3%) auf etwas weniger Stimmen als KSV-Lili (2,5%).

KSV-KJÖ findest du online unter comunista.at, auf Facebook und Twitter

KSV-Lili findest du online unter votacomunista.at, auf Facebook und Twitter

Selbst wenn in Zukunft die Harmonisierung klappt, sieht er den Bologna-Prozess kritisch. Denn es gehe nicht um die Interessen der Studierenden, sondern des Kapitalismus. Deswegen finden sich auf den Plakaten des KSV viele Forderungen, die auf den ersten Blick wenig mit Uni-Alltag zu tun haben: niedrige Mieten, mehr Löhne, weniger Leistungsdruck.

Eine mögliche Beteiligung im ÖH-Vorsitz spielt für Haslwanter eine Nebenrolle. Stattdessen will er den Wahlkampf und die Oppositionsarbeit nutzen, um auf die großen politischen Ziele des KSV aufmerksam zu machen.

KSV - Linke Liste

DIe zweite kommunistische Liste, der KSV-LiLi, wirbt mit dem Slogan „Her mit dem schönen Leben“ und auch hier wird Uni-Politik breit definiert. Die Linke Liste hat ein Mandat in der Bundesvertretung und geht mit der Wiener Philosophie-Studentin Frederike Schuh ins Rennen. Auf den Plakaten und Flyern ist ihr Gesicht nicht zu sehen, denn der KSV-LiLi will einen „Personenwahlkampf“ vermeiden und die Inhalte in den Vordergrund stellen: freier Hochschulzugang, Barrierefreiheit und eine ein „allgemeinpolitisches Mandat“ der ÖH.

Das geringe Interesse der Studierenden für die ÖH-Wahl erklärt sich Frederike Schuh mit der „Entpolitisierung“ der HochschülerInnenschaft. Wie sie das ändern will formuliert sie vage: „Wir wollen Initiativen unterstützten, in denen sich Studierende als gesellschaftspolitisch aktive Personen entfalten und die bestehende Lehre durch Vorträge und Inhalte ergänzen, damit es mehr kritische Lehre gibt.“

Die ÖH-Wahlen auf FM4

Wir begleiten die ÖH Wahl 2017 hier auf FM4.

wahl2017.oeh.ac.at: Die offizielle Seite der ÖH mit allen Infos zur Wahl.

Obwohl es bei den Inhalten und bei der Rhetorik viele Parallelen gibt, gehen die zwei Fraktionen seit 2006 getrennte Wege. Auslöser war ein Streit über das Verhältnis zur Bundes-KPÖ, an der sich LiLi weiterhin orientiert. Der KSV-KJÖ hingegen arbeitet mit der KPÖ-Steiermark und der Partei der Arbeit zusammen.

Ob die beiden kommunistischen Fraktionen in der kommenden Periode mehr Einfluss in der ÖH haben werden, wird sich am 18 Mai zeigen. Eins lässt sich schon jetzt sagen: gemeinsam feiern werden sie nicht.

Aktuell:

Werbung X