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Tokyo 42

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Bunter Ameisenhaufen mit Attentäter

Riesige Wolkenkratzer in knalligen Farben, pinke Wohnblöcke, türkise Tempel und ein Stadtleben, das scheinbar ausschließlich auf den Dächern stattfindet: Das ist Tokyo 2042!

Von Rainer Sigl

Im Jahr 2042 ist Tokyo eine Stadt in den Wolken. Zumindest im Indiespiel „Tokyo 42“: Mit seinen klaren Geometrien und schreienden Farben hat diese Stadt nur wenig mit den düsteren Cyberpunk-Visionen gemeinsam, die man aus Filmen und Mangas sonst so kennt.

Statt einer grauen Millionenstadt aus Stahl und Glas zeigt uns das Spiel eine bunte, utopisch poppige Welt voller Seltsamkeiten, riesige Winkekatzen inklusive. Der Stil erinnert sowohl an Spielzeugstädte aus Lego als auch an das erfolgreiche Handyspiel „Monument Valley“. Mit anderen Worten: „Tokyo 42“ sieht ziemlich großartig aus.

Wuselstadt mit Auftragsmörder

Belebt wird die Spielzeugstadt von unzähligen Bewohnern, die wie Ameisen überall herumwuseln. Die schrille Story erzählt, wie unsere Spielfigur reingelegt wird und sich, vogelfrei geworden, unfreiwillig zum Auftragsmörder hocharbeiten muss - dank niedlichem Grafikstil und viel schrägem Humor ist das aber eher witzig als blutig geraten.

In einer Vielzahl von Missionen laufen, schleichen und schießen wir uns durch diese bunte Welt und müssen den besten Weg finden, um unsere Zielperson auszuschalten. Das erinnert spielerisch sowohl an den Uraltklassiker „Syndicate“ und seinen Erben „Satellite Reign“ als auch an das erste „GTA“ sowie die riesigen Sandkästen der „Hitman“-Reihe, in denen wir auch die freie Wahl haben, wie wir unser Ziel eliminieren. Die Hauptattraktion von „Tokyo 42“ ist dabei die immer wieder überraschend seltsame Stadt, in der es zum Beispiel Parks auf Hausdächern gibt, in denen alle Bewohner nackt herumlaufen.

Tokyo 42

SMAC

Now you see me, now you don’t

Richtig nah heranzoomen können wir an unseren Mini-Attentäter nicht, dafür dürfen wir die Perspektive auf die Stadt aber stufenweise drehen. Das führt zwar einerseits zu überraschenden Aha-Effekten, wenn der Perspektivenwechsel plötzlich völlig neue Wege zu erkennen gibt, führt aber andererseits in besonders hitzigen Situationen oder bei schwierigen Sprüngen leider auch hin und wieder dazu, dass wir unsere Spielfigur aus den Augen verlieren.

Tokyo 42, erschienen für Windows und Xbox One.

Von diesem kleinen Ärgernis abgesehen ist „Tokyo 42“ aber ein absolut einzigartiges und sympathisches Spiel, das mit originellem Style, einem fantastischen Soundtrack und einer großen Portion Wuselcharme überzeugt - und mit einem Tokyo, wie man es nie zuvor gesehen hat.

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