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Großer Sport auf großer Leinwand

Der Höhepunkt der Sportfilmsaison steht an. Wo kann man in den nächsten Wochen großen Sport auf großen Leinwand sehen?

Von Simon Welebil

Die Zwischensaison Hebst ist prädestiniert dafür, sich zurückzulehnen und einen Abstecher ins Kino zu machen, wo Inspirationen für große sportliche Abenteuer warten. Das haben eine Menge Filmemacher, Kinobetreiber und Festivalveranstalter erkannt und jede Menge Filme und Veranstaltungen in die nächsten Tage und Wochen platziert. Hier ein kleiner Überblick, was November und Dezember für SportliebhaberInnen bereit halten.

Mountainfilm Graz

Das Mountainfilm Festival in Graz vom 14.-18. November ist wohl das größte Berg- und Abenteuerfilmfestival in Österreich, vor allem, was die Anzahl der Filme anbelangt.

Allein 359 Einreichungen hat es dieses Jahr für das Festival gegeben. Davon wurden 140 Beiträge ausgewählt, die ins Rennen um den Hauptpreis Grand Prix Graz, vier Goldene Kameras Alpin, und die Goldene Kamera Alpin Austria gehen.

In dem wirklich sehr breiten Festivalprogramm finden sich klassische Berg- und Naturdokumentationen genauso wie Freeski- und Boulder-Edits und nahezu alle Sportarten am Berg werden abgedeckt, Mountainbiken ist natürlich dabei, aber auch z.B. Tauchen.

Hier eine Auswahl zu treffen, ist mehr als schwierig, aber aus dem Programm stechen doch ein paar sehr tolle Filme heraus.

The Lure of Gravity
Chris Cummins über „Auf den Spuren der Ersten“ - A fascinating new Austrian ski film that explores generational change, climate change and the enticement of the steepest slopes.

Ein Ski-Film, den man sich heuer nicht entgehen lassen sollte ist „Auf den Spuren der Ersten“. Vor fast vierzig Jahren sind die steilsten Hänge - oder besser gesagt Wände in den Ostalpen erstmals mit Skiern befahren worden; die Hochfeiler Nordwand im Zillertal etwa oder die Pallavicini Rinne am Großglockner - über 55° steil. Jetzt haben die beiden Freerider Matthias Haunholder und Matthias Mayrdie Befahrungen wiederholt - mit neuem Material aber radikal veränderten Bedingungen. „Auf den Spuren der Ersten“ ist ein Abenteuerfilm geworden, der - unbeabsichtigterweise - auch ein warnendes Beispiel für den Klimawandel geworden ist.

Ganz woandershin geht es mit dem Ötztaler Kletterer Hansjörg Auer. Auer ist durch ungesichertes Free Solo Klettern in schwierigsten Routen berühmt geworden. Im Film „No Turning Back“ liefert er uns dazu die Bilder - die hauptsächlich aus seiner Helmkamera kommen - aber auch die Motivation und philosophischen Hintergründe für solch risikohaften Unternehmen.

Dass am Berg auch viel schief gehen kann hat der Brite Steve Wakeford am eigenen Körper erfahren müssen. Bei einer Kletterei in Eis und Fels ist er über 70 Meter tief abgestürzt. Steve Wakeford hat seinen Absturz überlebt, verbringt aber einige Monate mit körperlicher und geistiger Rehabilitation. In dieser Zeit kommt er zum Nachdenken, vor allem über die Frage: „Was zieht uns in die Berge, das es wert ist, so ein Risiko einzugehen?“ Absolute Größen aus der Alpinistenszene versuchen ihm im Film „Magnetic Mountains“ darauf Antwort zu geben - klingt nach absoluter Empfehlung, aber da gibt’s noch viele mehr.

Bergfilmfestival Salzburg

Das Bergfilmfestival Salzburg ist zwar ein bisschen jünger und ein bisschen kleiner als sein Pendant in Graz, hat aber ähnliche Ambitionen: Grandiose Aufnahmen von Sport und Leben in den Bergen zu zeigen, und zwar in möglichst vielen Facetten. Vom 15.-26. November im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO.

Das Highlight des Festival, die Präsentation des Dawn Wall Projekts des Ausnahmekletterers Adam Ondra ist leider schon ausverkauft, aber es gibt noch jede Menge andere tolle Filme zu entdecken. Speziell die Salzburger Locals dürfen sich freuen, dass viel aus dem Programm speziell über und für sie gemacht wurde. Eine Expedition in die Höhlen „ihres“ Untersbergs wohl ein Must-See, genauso wie die Abenteuer Salzburger SportlerInnen. In „Auf den Spuren der Ersten“ (siehe oben) glänzt der Salzburger Local Matthias Mayr, in Nøway eine andere Gruppe Salzburger als Snowkiter in Norwegen.

Doch das Bergfilmfestival ist nicht nur eine lokale Veranstaltung. Wer die Kletter-Weltmeisterin/Rekordbrecherin der Zukunft sehen will, sollte sich das Porträt über die 14-jährige Amerikanerin Ashira Shiraishi ansehen und auch die Snowboard-Fraktion wird hier gewürdigt. Antti Autti geht auf Expedition nach Svalbard und Style Legende Nicolas Müller tobt sich in „Fruition“ kreativ aus.

Das Freeride Filmfestival (siehe unten) kooperiert genauso mit dem Bergfilmfestival Salzburg wie auch die Salzburger Boulderbar, mit der zu einem Filmwettbewerb für den besten Amateur-Kletterfilm aufgerufen wird. In der Boulderbar findet übrigens auch die Afterparty statt.

Freeride Film Festival

Das Freeride Film Festival ist einer der Vorreiter für ein spezialisiertes Nischenfilmfestival - hier gibt’s seit 2010 ausschließlich Freeridefilme zu sehen. Meist nur mit österreichischen Produktionen im Programm macht das Freeridefilmfestival heuer eine kleine Ausnahme und hat auch zwei englischsprachige Filme im Programm.

SPECIALS

  • SO 19.11. Salzburg
  • MO 20.11. Dornbirn
  • DI 21.11. Villach

Das Besondere am Freeride Filmfestival ist, dass nicht nur Filme, sondern auch deren Protagonisten, die SportlerInnen und die FilmemacherInnen, mit auf Tour gehen. Die Haupttour ist vom 2.-9. November durch Österreich, Deutschland und die Schweiz gereist, nach ihrem vorläufigen Abschluss in Wien geht’s aber mit ein paar Special Screenings (wo nicht alle Filme gezeigt werden und nicht alle ProtagonistInnen anwesend sind) in drei österreichischen Städten weiter.

„Life of Glide“, ein Porträt über die Freeride-Legende Jeremy Jones ist diesmal eine der englischsprachigen Ausnahmen. Ansonsten ist vor allem die österreichische Freeride-Szene wieder sehr präsent. Fabian Lentsch setzt sein Snowmads-Projekt in Griechenland fort, Mitch Tölderer und Johannes Hoffmann suchen in Kirgistan nach dem weißen Gold. Die aktuelle Freeride-Weltmeisterin Lorraine Huber glänzt in einem Freeride-Kunstfilm von Hanno Mackowitz und ihre Vorgängerin als Weltmeisterin Eva Walkner gibt einen Vorgeschmack auf ihr längeres Projekt „Evolution of Dreams“.

Alp-Con Kinotour

Keine andere Veranstaltung bespielt wohl so viele verschiedene Kinos in Österreich, wie die Alp-Con Kinotour. Zwischen Dornbirn und Oberwart laufen schon seit Anfang Oktober die drei verschiedenen Filmblöcke Bike, Mountain und Snow, je nach Kino ziehen sie sich bis weit ins nächste Jahr hinein.

Die Alp-Con Kinotour setzt vor allem auf große internationale Blockbuster im abendfüllenden Format, die von kürzeren Filmen ergänzt werden. Im Bike-Filmblock ist „Deathgrip“ der Hauptfilm, der auch mit neuster Filmtechnik glänzt, im Mountainblock geht es 90 Minuten lang um das „Meru“-Projekt des US-Spitzenalpinisten Conrad Anker, in dem er sich gemeinsam mit Jimmy Chin und Renan Ozturk an einer Bigwall im Himalaya versucht. Und Highlight des Snow-Blocks ist der neueste Film von Matchstick Productions, „Drop Everything“, in der besonders viel „Wow-Faktor“ versprochen wird.

European Outdoor Film Tour

Ebenfalls eine Kinotour – mit schon langer Geschichte – ist die European Outdoor Film Tour. Sie liefert viele Häppchen, macht aber immer Appetit auf mehr. Sieben Filme werden auf der European Outdoor Film Tour gezeigt, mit insgesamt 120 Minuten Länge. Ski-Fans bekommen Samuel Anthamatten oder Sam Favret serviert, Expeditionen gibt’s mit Kayak und Snowkites in Grönland bzw. mit dem Einbaum im Dschungel, dazu einmal Bergsteigen, Klettern und Mountainbike.

Freeriden mit Samuel Anthamatten oder Sam Favret; Mountainbiken, eine Grönlandexpedition mit Kayaks und Snowkites, mit Einbaum im Dschungel, Klettern

Reel Rock Film Festival

  • 29.11.17 DORNBIRN 20:30 UHR / K1 KLETTERHALLE
  • 30.11.17 INNSBRUCK 20:00 UHR / METROPOL KINO
  • 02.12.17 SALZBURG 20:00 UHR / KLETTERHALLE SALZBURG
  • 03.12.17 MÜHLDORF 20:00 UHR / THE ROCK
  • 04.12.17 GRAZ 20:00 UHR / BLOC HOUSE
  • 05.12.17 WIEN 20:00 UHR / UCI KINO WIEN

Die Reel Rock Kinotour(LINK) ist eine weitere Veranstaltung, die erfolgreich eine Nische bedient, sie stürzt sich ausschließlich aufs Klettern und zeigt zwischen 29.11. und 4.12. in verschiedenen Kinos in Österreich vier internationale Kletterkurzfilme.

Zu sehen sind dabei einerseits die 19-jährige US-Kletterin Margo Hayes, die dieses Frühjahr die schwierigste je von einer Frau begangene Kletterroute begangen hat (bevor Angy Eiter jetzt im Herbst diesen Rekord noch getoppt hat), Chris Sharma, ein weiterer Weltrekordsetzer beim Deep Water Soloing, sowie der Solo-Kletterer Brad Gobright und die einarmige Kletterin Maureen Beck.

Linehunters Movie Tour

Zum Abschluss noch ein kleines, feines Projekt, das eine Crew aus FreeriderInnen aus Österreich und Deutschland zusammengestellt hat, die Linehunters Movie Tour. Auf 8 Stopps in Österreich, Deutschland und der Schweiz werden vier Filme und zwei Überraschungsmovies gezeigt, die unterschiedliche Ansätze zum Freeriden präsentieren.

Termine

  • 29.11. München, Neues Rottmann
  • 30.11. Salzburg Mozartkino
  • 14.12. St. Pölten, Cinema Paradiso
  • 15.12. Baden, Cinema Paradiso
  • 16.12. Wien, Admiralkino
  • 18.12. Graz, Schubertkino

Die Freeride World Tour-Starterin Manuela Mandl und der inzwischen in Contest-Pension befindliche Flo Orley sind etwa in Island mit dem Snowboard unterwegs, der Film „Nøway“ wurde weiter oben schon erwähnt.

Das besondere an der Linehunters Movie Tour ist, dass die ProtagonistInnen der Filme bei der Präsentation der Filme dabei sein werden und danach mit den ZuschauerInnen Party feiern. Ein großer Teil der Einnahmen geht übrigens an ein Projekt, das bei der Tour auch auf der Leinwand zu sehen sein wird, „Willkommen in unserer Welt“ einem Skiprojekt mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Tirol.

Freeride Nights Innsbruck

Und wer nach diesem vollen Programm noch immer nicht genug von großem Sport auf großer Leinwand hat, die Freeride Nights Innsbruck stecken sich zum Beispiel über die ganze Wintersaison.

Termine:

  • 14. November
  • Dezember tba
  • 9. Jänner
  • 14. Februar
  • 13. März

Die Freeride Nightts sind ein monatliches monatliches Zusammenkommen der Innsbrucker Freeride-Szene; um gemeinsam einen gemütlichen Abend zu verbringen und die besten selbstproduzierten Clips der heimischen Szene zu prämieren. Ausgezeichnet werden die Kategorien Best Clip, Best trick, Most Creative Line, Heaviest Crash und Most Fun Action. Schauplatz ist jeweils das Moustache in Innsbruck.

Aktuell:

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