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King Arthur zieht das schwert aus dem Stein

Warner Bros. Entertainment Inc.

A King’s Tale

In Guy Ritchies „King Arthur - Legend of the Sword“ trifft britische Folklore auf Action-Blockbuster-Setpieces. Wir haben dazu mit Hauptdarsteller Charlie Hunnam gesprochen.

Von Christoph Sepin

Man kann ja auch gleich mit großen Erwartungen starten: Sechs Filme sollen im Idealfall aus dem neuen „King Arthur“-Franchise herauswachsen, so lauten die ambitionierten Pläne hinter der neuesten Adaption der Geschichte. Zumindest auf dem Papier sollte das durchaus möglich sein: Der neue Hype um düstere Fantasy hat nicht erst gestern angefangen, Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Filme gelten immer noch als herausragendes Vorzeigeprojekt (das ja auch eine altbekannte Geschichte adaptiert hat) und „Game of Thrones“ mit seiner Mischung aus fantastischen Mittelalterwelten und grauem Realismus schaut sowieso jeder. Dann eben King Arthur, why not?

King Arthur steht in einem Bach

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Wer in den letzten Jahren des Öfteren ins Kino gegangen ist, sollte wissen, was man sich von „King Arthur - Legend of the Sword“ erwarten kann: Natürlich ist das ein Film, der nicht mit blassen Grautönen spart, natürlich wird man mit bombastischem Orchester-Soundtrack vorwärtsgejagt, natürlich gibt es jede Menge Blockbuster-Setpieces darin zu sehen. Ja, „King Arthur“ ist ein Film, da brechen gigantische Elefanten durch eine Schlossmauer, während ein schwertschwingender Eric Bana sich an ihnen nach oben hantelt.

In „King Arthur - Legend of the Sword“ geht es um - wie soll es anders sein - König Arthur. Oder zumindest seinen Weg zum Königsein. Nachdem seine Eltern bei einer Revolte im Königshaus umgebracht werden, muss der als Straßenkind ganz unten anfangen, bis er eines Tages auf das in einem Stein feststeckende Schwert Excalibur trifft und herausfindet, dass er der rechtmäßige Thronfolger ist. Mit einer kleinen Gruppe von Alliierten startet Arthur dann einen Rachefeldzug gegen den Superbösewicht Vortigern.

Jude Law als Widersacher

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Jude Law als Bösewicht

Braucht es für so ein Filmprojekt also jemanden wie Guy Ritchie, einen Regisseur, der einen deutlichen roten Faden durch seine Filme zieht? Der „Sherlock Holmes“ auf seine eigene Weise neuadaptiert hat und mit „Snatch“, „RocknRolla“ und „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ ein paar Klassiker des leicht gefälligen britischen Gangsterfilms auf die Leinwand gebracht hat? Sein Zugang macht Ritchie tatsächlich essenziell für die besseren Momente von „King Arthur“, bringt zahlreiche Comedy-Elemente in den Film und schafft es, dass hier nicht ein komplett generischer Fantasy-Blockbuster serviert wird.

Wenn Guy Ritchie etwas kann (außer Charaktere zu schreiben, die sich in bestem Londoner Cockney-Akzent anschnauzen), dann ist das gute Welten in seinen Filmen zu bauen. Ritchie fügt sich natürlich den Konventionen und folgt klar Vorlagen wie „Game of Thrones“ und „Herr der Ringe“, bevor das aber zu anbiedernd wird, bringt er den notwendigen Charme in sein „King Arthur“-Projekt. Der zukünftige König und seine Gefolgsleute stolpern in bester Pubcrawl-Manier durch den Film, immer mit leicht sarkastischem Unterton, immer ein bisschen passiv-aggressiv, immer etwas zu selbstbewusst. Dem Film tut das gut: „King Arthur“ präsentiert sich durch den damit entstehenden leichteren Zugang als Mischung aus Fantasy-Epos, Gangster-Film und schwarzer Komödie. Und gewollt oder nicht, der Film nimmt sich dank diesem Genremix selbst nie zu ernst.

David Beckham als Palastwache

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David Beckham als Wache

Deutlich wird das beispielsweise bei Jude Laws Performance als der große Antagonist Vortigern, quasi King Arthurs Erzfeind. In bester theatralisch überspitzter Manier spielt Law einen Bösewicht wie aus dem Bilderbuch - eine Over-the-top-Performance, die so ein Film auch dringend braucht. In Sachen spaßige Absurdität wird seine Darbietung nur von einem herrlichen Gastauftritt von niemand anderem als David Beckham getoppt, der sich als böse Schlosswache in den Weg von King Arthur stellt. Eine gute Auswahl hat Guy Ritchie mit seinem Titelhelden getroffen: Der britische Schauspieler Charlie Hunnam hat in der Vergangenheit in „Sons of Anarchy“ und „Queer as Folk“ mitgespielt, zuletzt auch in „Pacific Rim“. Und sollte jetzt mit dem multiepisodisch ausgelegten „King Arthur“ eine seiner größten Rollen gefunden haben. Wieso ein Schauspieler, den die New York Times mal „enormously picky“ bei der Auswahl seiner Filmrollen genannt hat, jetzt unbedingt König Arthur spielen wollte, darüber haben wir mit Charlie Hunnam im Interview gesprochen.

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