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Screenshot des Spieles Destiny 2

Bungie / Activision

Destiny 2

Der futuristische Ego-Shooter hat belastende Probleme, überzeugt allerdings mit einem Special Feature das man nicht kaufen kann: Die Community! - Verlosung gibt’s auch!

Von Chris Stipkovits

Beinahe drei Jahre ist es her, als mit „Destiny“ der, nicht nur von Genrefans, langerwartete Shooter in der Ego Perspektive auf Spielekonsolen veröffentlicht wird.

Auch in „Destiny 2“ spielt man jetzt wie schon im ersten Teil einen „Hüter des Lichts“, also einen Helden, der sich gegen randalierende Alien-Rassen zur Wehr setzt, und die Planeten unseres Sonnensystems beschützt. Das machen wir mit Waffen, Spezialfähigkeiten und taktischem Vorgehen, in einer nicht allzu fernen Zukunft.

Warlock Master Race

Zuerst wählen wir aus, wer wir eigentlich sein wollen: Ein agiler Jäger, der am schnellsten durch die Welten laufen soll, ein langsamerer Warlock, der sich und seine Verbündeten heilen kann und für das Team-Play dadurch eine besondere Rolle übernimmt, oder doch lieber mit purer Gewalt der Titan als Damagedealer, der das Feld aufräumt.

Unterstützung erhalten wir dabei von einer riesigen Kugel, die über der Erde schwebt. Der sogenannte „Reisende“. Über den wissen wir nicht viel mehr, als dass er den Hütern ihre übernatürlichen Fähigkeiten verleiht.

Die Story hat viele Lücken, denn der Spieleentwickler hat die Geschichte im ersten Teil konfus erzählt – dieser Kritik musste sich das Entwicklerstudio mehrmals stellen.

Destiny in einer existenziellen Krise

Ein DLC - „Downloadable Content“ – ist eine Spieleerweiterung die man üblicherweise einige Wochen nach Release erwerben kann.

Kritische Stimmen erkennen darin eine Zerstückelung des Spiels.

Features, die zum eigentlichen Spiel gehören sollten, werden absichtlich später und kostenpflichtig veröffentlicht, um den Profit zu maximieren.

Das Storytelling hat sich in „Destiny 2“ verbessert. Die Geschichte wirkt runder, besitzt Anfang sowie Ende und wird durch geschickter platzierte Sequenzen vermittelt. Das Ende ermöglicht die Fortsetzung durch DLCs.

Erneut dreht sich in „Destiny 2“ vieles um den „Reisenden“. Der Reisende schenkt uns Auserwählten sein „Licht“, unseren „Geist“, eine kleine künstliche Intelligenz die aus der Technologie des Reisenden stammt, uns unsterblich macht und uns Superkräfte verleiht.

Ein Alien-Bösewicht möchte diese Macht ebenfalls in Anspruch nehmen, greift die Erde, (unsere Basis) und den Reisenden mit hunderten Weltraumschiffen an.

Gekonnt schafft das Entwicklerstudio Bungie eine spannende Atmosphäre. Dabei hilft der gut produzierte Soundtrack. Eine traurige Stimmung macht sich breit als die „Hüter“ vom Licht getrennt werden. Sie sind jetzt keine Superhelden mehr.

Wir sind sterblich. Unsere Basis liegt in Schutt, Menschen sind gestorben - unsere gesamten Kräfte verschwunden. Den Überlebenden der Tragödie bleibt nur die Flucht.

Das lässt sich der Protagonist natürlich nicht gefallen!

Teilweise zusammenhanglose Story-Cut-Szenen versuchten zwar ein Gesamtbild zu vermitteln, schafften das aber kaum. Ergänzungen zur Geschichte von Destiny kann man zwar auf der Bungie Website oder in der Destiny App für mobile Geräte nachlesen, im Spiel selbst jedoch kaum. Auch ein Weg die Destiny Spiele-App auf die iOS und Android Geräte zu bringen.

Hallo, Ridley Scott!

Wir holen uns die Space-Magic zurück, finden unseren treuen Begleiter – den „Geist“ – wieder. Und setzen in etwa fünfzehn Stunden Einzelspieler-Gameplay dem Treiben ein Ende. Die Guten gegen die Bösen, ein Schwarz-Weiß mit kaum grauen oder bunten Schattierungen, Heldentaten, flotte Sprüche, Explosionen und charmante Situationen: Was man in einem durchschnittlichen Blockbuster Film findet, hat auch Platz in „Destiny 2“. Kurzweilig aber ohne besondere Tiefe.

Außer den Storymissionen finden wir in „Destiny 2“ „Strikes“. In Dreierteams geht es dabei gegen kleinere Endgegner. Ein Strike ist wegen dem (Licht)level System etwas schwieriger als eine Storymission, und bereitet auf das Player-Versus-Environment Endgame, den Raid vor.

Screenshot des Spieles Destiny 2

Bungie / Activision

„Hast du paar Stunden Zeit für den Raid?“

Der Raid ist ein für sechs Spielerinnen und Spieler konzipierter Spielmodus und verlangt den Playern einiges ab.

Die meisten Single-Player Missionen kann man auch mit zwei weiteren SpielerInnen absolvieren.

In einem Teil des Raids müssen Spielerinnen und Spieler sich schleichend an hundeartigen Bestien vorbeibewegen, ohne entdeckt zu werden, in einem anderen können Jump and Run Passagen für Frustration sorgen. Denn in diesem Modus ist wichtig, gemeinsam zu agieren. Hat ein Team-Mitglied Probleme und stirbt, muss der Teil des Raids oft neu gestartet werden. Manchmal eine Nervenprobe für alle.

Team-Play!

Dass das Entwicklerstudio Bungie seinen Fokus auf Team-Play setzt, merkt man vor allem im Mehrspielermodus, in dem Spielerinnen und Spieler in Teams von vier Personen gegeneinander antreten, und dafür hat Bungie auch einige signifikante Änderungen zugunsten des Player-Versus-Player Teil des Spiels vorgenommen. Oft von der Community kritisiert war die Möglichkeit, Spielerinnen und Spieler mit Spezialwaffen oder Fähigkeiten mit einem Schuss zu töten.

Nerf, nerf, nerf

Die Waffen gibt es zwar noch, die Munition dafür ist aber äußerst rar. Die Spezialfähigkeiten, wie Nahkampf oder Granaten töten Gegner ebenfalls nicht mehr mit einem Schlag. Das hat zur Folge, dass die Zeit, die benötigt wird einen Gegner zu töten, stark verlängert wird – und das ist nicht unbedingt gut für das Gameplay. Das Auflauern hinter Barrikaden oder Ecken fördert das nicht gern gesehene „campen“ – „Destiny 2“ spielt sich also langsamer als sein Vorgänger oder andere Shooter.

Screenshot des Spieles Destiny 2

Bungie / Activision

Man sollte mindestens zu zweit sein, wenn man einen Gegner aufs Korn nimmt. Läuft man alleine durch die Karte, wird man meist vom gegnerischen Team zusammengeschlagen. Spielerinnen und Spieler die gerne alleine gespielt haben, sind nun darauf angewiesen sich im Sprachchat mehr zu koordinieren.

Kein Multiplayer mit Friends Only

Bungie verzichtet leider in „Destiny 2“, den Spielerinnen und Spielern die Option zu geben, den Multiplayerspielmodus gezielt auszuwählen. Stattdessen wird nun zwischen dem „Kompetitiven Spielmodus“ und „Schnellspiel“ unterschieden. Letzteres soll ein entspanntes Multiplayerspielerlebnis garantieren, beim Kompetitiven Modus sollen sich die Spielerinnen und Spieler mehr anstrengen, das wird im Jargon „schwitzen“ genannt, um zu gewinnen.

Das liest sich auf dem Bildschirm zwar ganz gut, es wird aber im „Schnellspiel“ genauso geschwitzt. Der Plan geht nicht auf!

Helfen würde, wie in „Destiny 1“, den Spielerinnen und Spielern die Möglichkeit zu geben „Private Matches“ zu erstellen. In diesem Spielmodus kann man ein geschlossenes Multiplayermatch starten, in dem nur Spielerinnen und Spieler teilnehmen können, die man auch einlädt.

Die Community ist nicht ganz so happy

Das Entwicklerstudio hat aus den Fehlern des Vorgängers gelernt, und versucht vieles besser zu machen. Den Loot, also die Belohnungen – das können beispielsweise Waffen oder Rüstungsteile sein – sind einfacher zu erhalten.

Destiny 2 ist für die PlayStation 4 und Xbox erschienen. Eine Version für Windows folgt in wenigen Tagen.

Fast nach jeder Aktivität, die ein Spieler absolviert, bekommt man das notwendige Werkzeug um das Spiel zu meistern. Tritt man einem Clan bei in welchem die Mitglieder aktiv spielen, bekommt man Belohnungen fürs nichts-tun.

Screenshot des Spieles Destiny 2

Bungie / Activision

Das Spieldesign wurde ebenfalls stark vereinfacht. Auswahlmöglichkeiten um die Fähigkeiten, Sprünge, Granaten zu spezialisieren, und waffenspezifische oder rüstungsabhängige Auswahloptionen wurden reduziert, um „Destiny 2“ noch massentauglicher und auch für Gelegenheitsspieler interessanter zu machen. Für eingefleischte Fans ist das allerdings bedauerlich, da sich die Destiny-Reihe in diesem Aspekt an andere Ego-Shooter annähert.

Schade ist, dass es in „Destiny 2“ wie in seinem Vorgänger, keine Aktivitäten gibt die sich nicht wiederholen. Die grafisch wunderschönen Planeten in „Destiny 2“ sind schnell erkundet, doch die kleinen Mini-Quests sind lieblos, und werden schnell langweilig.

„PvE? Zu langweilig. Alles schon gemacht!“

Ebenfalls ärgerlich ist die Tatsache, dass es keine dezidierten Spieleserver für den Multiplayermodus gibt. Dadurch kommt es zu Verzögerungen, die Spielerinnen und Spieler mit einer schlechten Internetverbindung einen Vorteil verschafft – das Spiel wird unfair.

Dies ist auch im ersten Teil von „Destiny“ ein schwerwiegendes Problem, das scharf kritisiert wird. Ein Grund mehr, weshalb das Spiel nicht in die Liste der ernstzunehmenden, großen, kompetitiven Spielen aufgenommen werden kann.

Das Entwicklerstudio versprach Verbesserungen durch einen Spieleserver-Hybrid-Modus – der jedoch offenbar nicht funktioniert. Da helfen auch wöchentliche Serverwartungen - die das Spiel jeden Dienstag ab etwa 16.00 Uhr für mehrere Stunden offline nehmen - nicht.

Keep strong, Guardian

Screenshot des Spieles Destiny 2

Bungie / Activision

Die Stärke von „Destiny 2“ findet man wie in seinem Vorgänger nicht im Spiel selbst, sondern in der aktiven und Großteils guten Community. In den Bungie-Foren wird über das Spiel heftig diskutiert, der Clan „niederroler“ dessen Mitglieder aus Niederösterreichern und Tirolern besteht, hilft mehrere Siege im Mehrspielermodus „Trials of the Nine“ , zu erlangen ohne ein Spiel zu verlieren, damit auch schwächere Spieler spezielle Belohnungen erhalten können.

Dieses umstrittene Prinzip nennt sich „Carry“ worüber ich schon im ersten Teil von „Destiny“ berichtet habe.

Trotzdem ist „Destiny 2“ ein Spiel, welches alleine schnell langweilig wird. Das volle Potential wird erst dann entfaltet, wenn man es gemeinsam spielt!

„Destiny 2“ für die PlayStation gewinnen!

Wer nun Lust auf „Destiny 2“ bekommen hat, kann bei unserem Gewinnspiel mitmachen. Wir verlosen „Destiny 2“ für die PlayStation. Schreibe dazu eine E-Mail an game.fm4@orf.at, und beantworte folgende Frage: „Wie nennt sich in der Destiny-Reihe der Social Space, in dem man nach dem Durchspielen der Kampagne landet?“ Einsendeschluss ist Montag, 9. Oktober, 15 Uhr.

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