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Portraitfoto des amerikanischen Autors John Green

Marina Waters

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Hinein in die Gedankespirale

Autor John Green, der den Welterfolg „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ geschrieben hat, begibt sich in seinem neuen Roman tief in zwanghafte Gedankenspiralen. „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist ein aufrüttelndes, starkes und sehr persönliches Buch.

von Andreas Gstettner-Brugger

Nach außen ist die sechzehnjährige Aza Holmes ein typischer Teenager. Sie lebt in Indianapolis, geht auf die Highschool und liebt ihren sechszehn Jahre alten Toyota Corolla namens „Harold“ über alles. Ihre beste Freundin Daisy Ramirez schreibt „Star Wars“-Fanfiction und lebt nach dem Motto „brich Herzen, keine Versprechen“. Doch Aza hat ein Problem, das sie immer wieder heimsucht
„Ich wische mir die schweißnassen Hände an den Jeans ab und versuche, kontrolliert zu atmen. Zugegebenermaßen leide ich unter einer Angststörung, aber ich finde es nicht irrational, wenn einem die Vorstellung zu schaffen macht, eine mit Haut überzogene Bazillenkolonie zu sein."
Azas Angst vor ihren eigene Mikroben führt sie immer wieder in zwanghafte Gedanken und Handlungen, die sie vor ihren Freunden zu verbergen versucht.
Als der Milliardär Russell Pickett eines Tages verschwindet und 100.00 Dollar Belohnung ausgesetzt sind, überredet Daisy die leidgeprüfte Aza sich auf die Suche zu machen, um das Geheimnis aufzuklären und das Geld einzustreifen. Was als lustiges Detektivabenteuer beginnt, wird für Aza eine Reise in ihre tiefsten Ängste.

Zwischen Liebe und innerer Zerrissenheit

Der amerikanische Autor John Green ist ein Meister darin, sich in die Welt von Jugendlichen hineinzuversetzen, die mit großen Schwierigkeiten konfrontiert sind. In seinem Welterfolg "Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, das 2014 großartig verfilmt wurde, sind es Hazel und Gus, die trotz ihrer schweren Krebserkrankung ihrer Liebe eine Chance geben.

Buchcover "Schlaft gut, ihr fiesen gedanken" von John Green

Carl Hanser Verlag

„Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green ist im Carl Hanser Verlag in der Übersetzung von Sophie Zeitz erschienen.

Bei „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ wird ein anderes Tabuthema in der Vordergrund gestellt: Eine psychische Erkrankung. Dabei schildert John Green die Angststörung und Zwangsneurosen von Aza zu Beginn noch mit einer gewissen Beiläufigkeit, schließlich sind wir alle schon mal in diversen Gedankenspiralen festgesteckt. Doch als Aza sich in den Milliardärssohn Davis Pickett verliebt, und sie sich immer näher kommen, werden Azas Ängste und Zwangshandlungen so stark, dass sie langsam die Kontrolle verliert.

„Ich griff nach dem Telefon, um Daisy zu schreiben, aber die Buchstaben verschwammen auf dem Display, und Panik machte sich in mir breit. Siehst du den Desinfektionsspender neben der Tür. Das ist der einzige Weg. Es ist dumm. Wenn es funktionieren würde, wären Alkoholiker die gesündesten Menschen der Welt. Du musst dir nur die Hände und den Mund desinfizieren. Denk an was anderes, verdammt nochmal. Steh auf. ICH HASSE ES, IN DIR FESTZUSTITZEN. Du bist ich. Bin ich nicht.“

Gerade die inneren Dialoge und die Erfahrungswelt von Aza machen dieses Buch zu einem aufrüttelnden und intensiven Leseerlebnis. John Green verschafft uns besonders durch die sehr einfache und trotzdem tiefgründige Sprache Zutritt zur Gedanken- und Gefühlswelt seiner Figuren. Dabei gelingt es dem Autor oft, die Balance zu halten, zwischen Trauer und Witz, zwischen Ausweglosigkeit und Hoffnung, wobei diesmal die Liebe zwischen Freunden scheinbar alles überwindet.

„Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ wird als das persönlichste Buch des amerikanischen Schriftstellers angepriesen. John Green scheint sehr gut zu wissen, wovon er schreibt, schließlich wendet er sich in der Danksagung am Schluss an zwei Ärzte, die ihn bei seinen psychischen Problemen unterstützt haben. Zwar erinnern der immer wieder auftauchende, feine Humor und die schönen, lebensphilosophischen Weisheiten an „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, aber „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ kann nicht ganz an die Liebesgeschichte von Hazel und Gus heranreichen. Trotzdem ist John Green dafür zu bewundern, mit so viel Mut und Ehrlichkeit diese Thema zu einem starken, berührenden und lang nachhallenden Roman gemacht zu haben.

Roman zu gewinnen!

Wir verlosen zwei Exemplare von „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ unter alljenen, die uns die richtige Antwort auf die folgende Frage mailen: Welchen amerikanischen Präsidenten wird Ansel Elgort demnächst spielen?

Der Einsendeschluss ist vorbei, die GewinnerInnen wurden per Mail verständigt. Die richtige Antwort lautete: John F. Kennedy.

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