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Screenshots aus "Star Wars: Battlefront II"

Electronic Arts

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Nach dem Shitstorm

Es war das meistgehasste Game des Jahres. Von der Fachpresse wurde „Star Wars: Battlefront II“ mit einarmigen Banditen verglichen, es sei ein Glücksspiel auf der Playstation 4. Mit echtem Geld sollten entscheidende Spielvorteile gekauft werden. Die Kritik daran war so massiv, dass der Spielehersteller Electronic Arts zurückruderte. Aber was bleibt nun übrig, kommt das Star-Wars-Gefühl hoch?

Von Gersin Livia Paya

Der Shitstorm war riesig, entscheidende Spielvorteile konnten gekauft werden, eindeutige Monetarisierung und das alles noch vor dem offiziellen Verkaufsstart. Die Aufregung war so groß, dass der Publisher Electronic Arts noch vor der Markteinführung alle Bezahlinhalte wieder aus dem Spiel entfernte und das Lootboxen-Belohnungssystem veränderte. Der Marktwert in den vergangenen Wochen ist dennoch gesunken und das Image von EA angekratzt.

Trotzdem war die Neugierde auf das Spiel groß genug, um der Frage nach der Spielqualität nachzugehen. Es ist ein AAA-Spiel, das ist schon in den ersten Spielsekunden erkennbar, die grafische Umsetzung einer Star-Wars-Kulisse lässt das Gefühl der Filme hochkommen. Die Optik ist klar, der Look getreu den Filmwelten und die Spannung sofort da.

Die Single-Kampagne im Anfängermodus startet mit der Pilotin und Soldatin Iden Versio, einer starken Kriegerin, die im Laufe des Spiels (Achtung, Spoiler) auch die Seiten wechselt. Interessante Wendungen sorgen für Unterhaltung, denn es ist ein First- und Third-Shooter-Spiel, in dem beeindruckend gekämpft werden kann.

Zuallererst findet man sich in der Galaxie, am Steuer eines TIE-Fighters mitten im Sternenkrieg wieder. Ein Star-Wars-Gefühl schießt einem sofort in den Körper. Das Manövrieren des Flugobjektes ist allerdings äußerst schwierig, schnell fliegen und den Gegner mit dem kleinen Fadenkreuz treffen ist ein schwieriges Unterfangen.

Die Fregatten an Raumschiffen zerstört, schleicht man sich als eine Art R2D2 durch die Luftschächte in einem Raumschiff, um dann in einem paradiesischen Dschungel als Iden Versio mithilfe eines Druiden die Schlacht fortzufühen. Das Single-Shooter-Erlebnis macht dort großen Spaß, man kann Gegner mit einem Infrarot-Blick orten und hinter Büschen zielsichere Kopfschüsse abfeuern. Und so wechseln sich die Welten, Aufgaben und Spielfiguren innerhalb der Singleplayer-Kampagne immer wieder ab. Zur Ruhe kommt man nicht.

Die Geschichte ist geradlinig, deswegen aber nicht weniger interessant. Und das Sci-Fi-Universum in „Battlefront II“ lässt auch Charaktere wie Luke Skywalker oder Han Solo nicht aus. Nur, um mit ihnen zu kämpfen, muss ich mich erst durch viele Szenarien arbeiten. Das vorher so kritisierte Bezahlsystem rund um Lootboxen ist in der ganzen Kampagne kein Thema, von Glücksspiel ist also soweit keine Spur.

Die „Star Wars: Battlefront II“ Single-Kampagne kann in 10 bis 15 Stunden durchgespielt werden.

Es gibt unendlich Munition, ein großes Belohnungssystem mit jedem Schlachtgewinn, unterschiedlichste Waffen an fast jeder Ecke, und an die Storm-Truppler komme ich erschreckend nahe ran, ohne von ihnen angegriffen zu werden. In einer Szene konnte ich sogar unbemerkt hinter ihnen stehen. Mein Spielgefährte und Bruder Fabian ist überzeugt davon, dass es an dem von mir gewählten Anfänger-Grad liegt.

Als wir am zweiten Tag die Kampagne durchgespielt haben, wagen wir den Multiplayer-Modus. Nun gibt es Spielfiguren wie Chewbacca, die ohne entsprechendes In-Game-Geld nicht ausgewählt werden können. Hier erspielt man sich andere Figuren und mehr. Aber weder mit Luke Skywalker und Laserschwert noch mit Truppler und Schusswaffe überlebe ich länger als eine Minute. Zu meinem Nachteil, denn hier schaltet sich auch das Belohnungssystem durch Erfolge ein.

Das Fazit ist, dass das Spiel nicht nur grafisch beeindruckend ist, sondern auch die Story rund um die Charaktere und der Wechsel zwischen Shooter, Lichtschwert- und Weltraumkampf für eine Star-Wars-Erfahrung sorgen, die einem Film gleichkommt. Fazit ist auch, dass das Games-Feedback immer noch direkten Einfluss auf Spiele haben kann. Hier mussten die Spielhersteller lediglich eine millionenschwere Lektion lernen. Jedenfalls war das ein gutes Wochenende mit dem Imperium!

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