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Filmstill "Blockers"

UPI

Filmflimmern

Filmflimmern

Neu im Kino: „Blockers“, „Der Bauer zu Nathal“, „Drei Tage in Quiberon“, „A quiet place“ und „Pio“. Außerdem: Aki Kaurismäki-Schau im Filmmuseum, keine Netflix-Filme in Cannes, Jim Carrey kehrt zurück und Prognosen, welche Figuren wohl in „Avengers Infinity War“ den Löffel abgeben werden.

Von Pia Reiser

Blockers

„This is something like a dick-related agreement“, erklärt Ike Barinholtz die Emoji-Kombinationen auf den Handys der Teenager-Töchter. Die feiern Prom und wollen die Gelegenheit gleich dazu nutzen, die Jungfräulichkeit zu verlieren. Die Eltern wollten genau das verhindern. Produziert wurde „Blockers“ von Seth Rogen und Evan Goldberg, und die haben schon mehrfach bewiesen, dass sich dick jokes und leichter gross out humour in grundsätzlich warmherzigen Komödien ansiedeln lassen. Und mit cock blocking kennen sie sich auch aus, wie sie in dieser Szene in „Superbad“ gezeigt haben.

Mit dem deutschen Titel „Der Sex-Pakt“ versucht man, das Publikum vom Kinobesuch abzuhalten, aber gerade Komödien, die sich mit raunchy Pointen schmücken, sollte man sich ohnehin nur in der Originalfassung ansehen. Martina Bauer verleiht 6 von 10 prom dances.

Pio

Kein Kitsch, keine Sentimentalitäten. Regisseur Jonas Carpignano („Mediterraneo“) erzählt mit „Pio“ die harsche Coming-of-age-Geschichte des titelgebenden Jungen, der inmitten einer großen Roma-Familie in Kalabrien aufwächst. In quasi-dokumentarischer Art taucht der Film in diese Parallelwelt ein, in der eigene Regeln herrschen, in der Kinder schon mal für den Familienunterhalt sorgen müssen und die Mafia regelmäßig vorbeischaut. Ein schonungsloser, doch empathischer Film. Maria Motter verleiht 6 von 10 motorscooter rides.

Filmstill "Pio"

Polyfillm

Der Bauer zu Nathal

Grad so, als müsste man den gepflegten und zum Markenzeichen gewordenen Grant noch sichtbarer machen, pinselt Thomas Bernhard die Türen seines Vierkanthofes im oberösterreichischen Ohlsdorf schwarz an. Daran erinnert sich eine Bewohnerin Ohlsdorf in der Doku „Der Bauer zu Nathal“, der gleich als Untertitel angibt, kein Film über Thomas Bernhard zu sein. In dem kleinen Ort machen sich die Regisseure Matthias Greuling und David Baldinger auf Spurensuche nach der Beziehung zwischen dem kleinen Ort und dem großen Autor.

Filmstill "Der Bauer zu Nathal"

Stadtkino

Drei Tage in Quiberon

Wenn die große Ähnlichkeit einer Schauspielerin mit einer Schauspiellegende einen Film über letztere rechtfertigt, dann kommt wohl sowas wie „Drei Tage in Quiberon“ heraus. Marie Bäumer spielt Romy Schneider, die 1981 in einer Hotelbar ihr letztes Interview gibt. Neues hat der Film über die tragische Figur Romy Schneider nicht zu sagen, so bleibt es bei existentialistischem Geplänkel und dem Abhaken des Altbekannten, Petra Erdmann verleiht 4 von 10 intimen Platitüden.

Marie Bäumer und Birgit Minichmayer in "Drei Tage in Quiberon"

Filmladen

A Quiet Place

Aliens haben die Erde übernommen und beinahe die ganze Menschheit ausgelöscht. Im verlassenen New York übt eine Familie (Emily Blunt, John Krasinski) das Überleben - und das Stillsein, denn das kleinste Geräusch lockt die Aliens an. Wem vom Gerummse der meisten Blockbuster noch der Schädel brummt, für den ist die spannungsgeladene Stille von „A Quiet Place“ eine wahre Wohltat. John Krasinski hat auch Regie geführt und aus einer B-Movie-Prämisse einen fantastischen Film gemacht. Christian Fuchs verleiht 6 von 10 gefährlichen Geräuschen.

Filmstill A Quiet Place

Constantin

Aki Kaurismäki im Österreichischen Filmmuseum

Stoisch, lakonisch und ein Schnaps in Griffweite. Regisseur Aki Kaurismäki hat in den letzten 40 Jahren das Bild geprägt, das man von Finnland hat und sich drüber hinaus mit permanent nach unten gezogenen Mundwinkeln, Zigarette in der Hand und knappen Antworten wie eine Figur aus seinen Filmen inszeniert.

Das Österreichische Filmmuseum widmet dem Regisseur, der von einem bildungsbürgerlichen Publikum für seine Filme über die Arbeiterklasse geliebt wird, eine Schau. Absurder Humor, Lakonie, Melancholie, Tragik und der finnische Tango ziehen sich durch seine Filme, Sozialrelismus hat Kaurismäki nie interessiert. Sein Erzählstil ist minimalistisch, in seinen Bildern aber herrscht oft Romantik und Nostalgie vor. Seit „Der Mann ohne Vergangenheit“ - Kaurismäkis Ode an menschliche Solidarität - lodern seine Filme in noch satteren, Technicolor-ähnlichen Farben. Und: Je pessimistischer Kaurismäki die Welt sieht, umso optimistischer werden seine Filme. Große Hoffnung für die Welt hat er dennoch nicht, denn „die Gier werde uns alle umbringen“, bis dahin kann man sich noch die Filme Aki Kaurismäkis im Österreichischen Filmmuseum anschauen und in Lakonie, Melancholie eintauchen. Kippis!.

Filmstill "Le Havre"

Filmmuseum

Außerdem

Wohl auch angespornt durch die Debatte um den Nicht-Kinostart von „Annihilation“ (der auf Netflix zu sehen ist), ist der Streit zwischen Cannes und Netflix in den letzten Wochen weitergegangen. Nun hat Netflix bekannt gegeben, dass es dieses Jahr in Cannes keine Filme zeigen werde. Zuvor hatten die Festivalverantwortlichen verkündet, dass nur Filme, die auch einen Kinostart in Frankreich haben, für den Wettbewerb in Cannes zugelassen sein würden.

Jim Carrey hat in letzter Zeit mit seinen Tätigkeiten als Maler für Schlagzeilen gesorgt, seine letzte große Rolle ist vier Jahre her. Und wer die exzellente Doku „Jin & Andy“ über die Dreharbeiten zu „Man on the Moon“ gesehen hat, der hat sich wohl auch ein wenig über Carreys Wunderlichkeit, ähem, gewundert. Nun aber macht Carrey mit „Dark Times“ eine Rückkehr auf die Leinwand. Wie es sich für einen hauptsächlich als aus der Komödie bekannten Schauspieler gehört, taucht Carrey mit „Dark Crimes“ in düsteres Thrilergenre ein. Trailer gibts hier.

Mit „Punch Drunk Love“ hat Paul Thomas Anderson der Welt gezeigt, dass es auch einen anderen Adam Sandler gibt, und jetzt haben sich die beiden wieder zusammengetan. Für Sandlers Netflix-Special.

Reese Witherspoon, Mit-Initiatorin von #TimesUp, hat inzwischen HBO dabei geholfen, den Gender Pay Gap Geschichte sein zu lassen.

Das Corssing Europe Festival hat sein Programm veröffentlicht, hier sind Empfehlungen von FM4 Filmredakteurin Maria Motter.

Das /slash einhalb wird uns Anfang Mai wieder in seine herrlichen Welten des fantastischen Films entführen, das Programm ist seit 11. April online.

Bald bricht mit „Avengers Infinity War“ ein Superstar-Supergau über uns herein, Vulture hat mal vorsichtige Prognosen geübt, wer von den gefühlt 350 Hauptprotagonisten überleben wird und von wem wir uns wohl verabschieden werden müssen.

Termine

  • 13.-22.04: Lets CEE Festival, Wien
  • 12.04: Be pretty and shut up, Filmhaus, Wien
  • 13.04: /slash Premiere: GHOST STORIES, Filmcasino, Wien
  • 14.04: Grease, Filmhaus, Wien
  • 15.04: Harry Dean Stanton Partly Fiction, Filmhaus, Wien
  • 12.04. + 15.4.: Poolinale Night: Distant Sky - Nick Cave live in Copenhagen, Filmcasino, Wien
  • 15.04: Lawrence of Arabia, Leokino, Innsbruck

In diesem Sinn: It doesn’t matter if you win or lose, it’s what you do with your dancin’ shoes. („Grease“)

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