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DUSK

New Blood Interacctive

Roh, rasant und atemberaubend

Der First-Person-Shooter „DUSK“ lässt Optik und Gameplay der Ära von „Quake“ wieder aufleben - ein großer, blutiger Spaß nicht nur für Nostalgiker.

Von Rainer Sigl

Ziegenböcke mit dämonisch rot leuchtenden Augen, Riesenkerle mit Ku-Klux-Klan-Kapuze und Kettensäge, Zombiesoldaten und literweise Blut: Der Horror-Shooter „DUSK“ hält sich nicht mit Subtilität auf. “Things have gone wrong. Better kill everything”, heißt es im Trailer und tatsächlich: So schnörkellos war ein First-Person-Shooter schon lange nicht.

Genauer gesagt: Seit den glorreichen Tagen von „Quake“, Ende der Neunzigerjahre. Der legendäre Kultshooter der Doom-Macher id software ist das unverkennbare Vorbild von „DUSK“, und das nicht nur in Sachen Gameplay. „DUSK“ sieht nämlich auch so aus, als wäre es vor zwei Jahrzehnten entstanden - mit kantigen Polygonen, kaum existenten Animationen und dem obligatorischen Heavy-Metal-Soundtrack.

Mehr als nur Nostalgie

„DUSK“ ist also ein Spiel, wie es im Großen und Ganzen auch vor zwei Jahrzehnten erscheinen hätte können, und das ist auch seine Stärke. Es erinnert uns daran, was damals eigentlich so toll war an „Quake“ & Co, und was moderne Shooter wie „Call of Duty“ leider eingebüßt haben. Wir erinnern uns: Spätestens mit „Half-Life“ endete die Ära der flotten, geradlinigen Shooter, die wenig auf Story, aber alles auf kinetische Energie und Speed setzten. Von Ausnahmen wie der „Serious Sam“-Reihe abgesehen verlagerte sich das High-Speed-Gameplay im First-Person-Shooter ins Multiplayer-Segment.

Der größte Unterschied zu Single-Player-Shootern der letzten Jahre liegt sicher in der halsbrecherischen Geschwindigkeit der Urahnen: Die Rasanz, mit der wir auch in „DUSK“ durch die Gegend sprinten und akrobatische Sprungmanöver ausführen, hat man in modernen Shootern die längste Zeit nicht gesehen. Das Leveldesign ist ein weiterer Grund, sich gern an die Vergangenheit zu erinnern: Mit Realismus hat die Gestaltung der düsteren Umgebung nichts am Hut, stattdessen sucht man sich seinen Weg durch ein clever verwinkeltes Labyrinth mit gut versteckten Geheimnissen. Die alle in jedem Level zu finden, ist ein ganz eigenes Gameplay-Element.

Wer übrigens die altehrwürdige Shooter-Geschichte noch aus eigenem Erleben in Erinnerung hat, sprich: schon ein älteres Semester ist, wird sich über einige nette Verweise auf große Spieleklassiker freuen.

DUSK

New Blood Interactive

Quicklebendiges Fossil

Doch es ist absolut nicht nötig, die „Originale“ zu kennen, um sich von „DUSK“ abholen zu lassen. Zugegeben, wer größten Wert auf Hochglanzgrafik legt, wird mit diesem lebenden Fossil nicht glücklich werden. Doch Grafik, das wissen Kennerinnen und Kenner längst, ist nicht alles - und abseits des schnöden Polygonzählens kann man der rohen Ästhetik von „DUSK“ sogar mehr als nur durchs Stockholm-Syndrom bedingte Sympathie entgegenbringen.

„DUSK“ ist für Windows im Early Access erschienen.

Denn immerhin, die ganz spezielle Art von Spaß, wie sie von dieser perfekten Hommage in die Gegenwart geholt wird, hat heutzutage kaum mehr ein Spiel anzubieten - von ganz wenigen Ausnahmen, wie dem letzten „DOOM“, einmal abgesehen. „DUSK“ ist noch im Early Access, zwei Drittel des Spiels, 22 Levels, sind bereits spielbar.

„DUSK“ ist roh, rasant und atemberaubend; und der Beweis dafür, dass nicht aus jeder alten Spielidee schon die Luft draußen ist.

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