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Wolf im Wald

Wer mehr kann, erlebt mehr. Im Game „Fe“ erschließen wir uns als kleiner Wolf einen blau schimmernden Zauberwald. Anfangs sieht das Tier noch wenig, doch mit immer neuen Tönen lernen wir, mit Pflanzen und anderen Tieren zu kommunizieren.

Von Robert Glashüttner

Im mysteriösen Zauberwald gibt es einiges zu lernen. Das kleine Wolf-artige Wesen Fe streift dort durch die Wildnis und bemüht sich, das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen. Die Tiere sprechen aber nicht wie Fabelwesen miteinander, sondern kommunizieren mittels Geräuschen – so, wie sie es in unserer physischen Welt auch tun.

Screenshot von "Fe"

EA / Zoink! Games

Die Story von „Fe“ ist und bleibt auch während des Spiels über vage. Gesprochene Sprache gibt es nicht, kommuniziert wird ausschließlich durch Geräusche und Töne.

Little Howler

Am Anfang ist unser kleiner singender Wolf noch etwas ziellos. Laufen und springen klappt zwar gut, aber besonders weit kommen wir damit noch nicht. Ein anderes Tier – ein bisschen sieht es aus wie ein gelb glühendes Reh – gibt uns deshalb Starthilfe und aktiviert ein paar Pflanzen, damit diese uns auf eine höher gelegene Ebene pusten.



Kleiner Wolf, großes Kommunikationstalent

„Fe“, entwickelt von Zoink! Games ist im Vertrieb von EA für Switch, Windows, PS4 und Xbox One erschienen. FM4 hat einen Switch-Code zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Welt bzw. der Wald in „Fe“ ist ein stimmiges System, wo Fauna und Flora miteinander verwoben sind. Tiere und Pflanzen helfen uns aber nur dann, wenn wir ihre Sprache sprechen. Unser anfängliches Wölfchenheulen ist zwar recht süß, aber nicht das, was viele Wesen hören oder verstehen wollen. Im Laufe des Spieles lernen wir deshalb unterschiedliche Fähigkeiten und Gesänge, mit denen wir mit immer mehr Waldbewohnern interagieren können – mit Bäumen und Pusteblumen, Erdhörnchen und Vögeln, und manchmal auch mit überdimensionalen Hirschen.

Screenshot von "Fe"

EA / Zoink! Games

Die Feinde in „Fe“ sind seltsame Tyrannen, die die Tiere des Waldes mit Schleim beschießen und sie damit in Netze fangen. Vor ihnen müssen wir uns meistens verstecken.

Zäher Start

Das Problem an „Fe“ ist, dass man am Anfang – wenn man also Fähigkeiten wie Baumkraxeln, Schweben oder Vogelgesang noch nicht beherrscht – etwas planlos ist und wenige Möglichkeiten hat. Obwohl das Spiel grundsätzlich sehr einladend wirkt und auch ist, muss man sich die ersten zwei Stunden durchbeißen, bis man das System des Waldes durchschaut hat und dann endlich auch mehr Areale erkunden kann. Spielanleitung gibt es nämlich keine und Hinweise sind sehr rar gesät.

Screenshot von "Fe"

EA / Zoink! Games

Lernen wir eine neue „Sprache“, müssen wir den Controller bewegen und mit unserem Gegenüber in Harmonie schwingen, um sie oder ihn als Freund/in zu gewinnen.

Baumkraxler in Low-Poly

„Fe“ erinnert spielerisch und visuell an die ebenfalls empfehlenswerten Titel „Grow Home“ (2015) und den Nachfolger „Grow Up“ (2016). Da wie dort wird die Umgebung in dem derzeit hübsch-hippen Low-Poly-Stil dargestellt und man arbeitet sich nicht nur in die Weite, sondern auch in die Höhe.

Wer sich keine Hilfe im Web suchen möchte - und eigentlich will man das ja erstmal nicht - muss ein bisschen geduldig sein. Hat man aber den Punkt erreicht, wo sich das System erschließt und man die ersten paar Fähigkeiten erlernt, entfaltet sich das Spiel und gewinnt an Fahrt.

Blau schimmernder Zauberwald

Von der Präsentation her ist „Fe“ durchgehend entzückend, und auch spielerisch ist das Game die meiste Zeit hinweg überzeugend. Die Mischung aus Hüpf- und Puzzlespiel ist gut designt – auch, wenn sich einige Spielmechaniken oft wiederholen. Dass auch manche Stellen im Spiel öfter besucht werden müssen, ist eher ein Vorteil, weil wir durch das Lernen der Fähigkeiten die jeweiligen Orte immer neu und immer ein bisschen umfangreicher erobern können. Vor allem Baumwipfel und höher gelegene Plattformen, die uns vorerst verborgen geblieben sind, werden im Laufe des Spieles immer zugänglicher. So arbeiten wir uns vom Boden mehr und mehr in luftige Höhen und erschließen uns so die Gesamtheit dieser Welt.

„Fe“ ist zwar nicht bahnbrechend, aber dennoch ein sehr empfehlenswerter, unkonventioneller und vor allem klingender Waldbesuch.

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