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King Gizzard & The Lizard Wizard

King Gizzard & The Lizard Wizard

Der Song zum Sonntag

Trip ins Wunderland

Der Song zum Sonntag: King Gizzard & The Lizard Wizard - „Crumbling Castle“

Von Philipp L’heritier

Die Antwort ist da draußen, irgendwo. Wir wollen daran glauben, sicherheitshalber machen wir uns schon mal auf den Weg. Die Suche ist ja auch ganz schön, beim wilden Ritt über den Regenbogen haben wir sicherlich lustige Ideen.

We create a universe to murder yours

Lisa Schneider über King Gizzard & The Lizard Wizards Album „Murder of the Universe“ und ihre großen Ambitionen.

Die australische Gruppe King Gizzard & The Lizard Wizard ist wahnsinnig. Man hört das vielleicht schon ein bisschen am Bandnamen. Eidechse, König, Zauberer.

Die Gruppe widmet sich ausuferndem Spacerock, Krautrock, spinnertem Folk, Pschychedelik. Gerne in der Nachbarschaft von Pink Floyd, den Doors, den weirden Platten der Beatles oder Can zuhause. Unter dem Titel „Polygondwanaland“ haben King Gizzard & The Lizard Wizard gerade ihr schon viertes Album allein 2017 veröffentlicht. Eines soll noch folgen.

Der Eröffnungstrack „Crumbling Castle“ ist der Signature-Song und sagt wohin der Weg geht. Der Song dauert gut elf Minuten, da passiert also so einiges. Langweilig wird das nicht.

Das Stück beginnt überraschend tanzbar, mit Disco-Bass und funky Gitarren-Licks. Lange lässt sich „Crumbling Castle“ aber nicht Zeit, um etwa mit einem ewigen Intro eine Art Groove zu entwickeln.

Die Hypnose kommt anderweitig, schnell wird die gut abgehangene 70er-Jahre-Psychedelik ausgepackt, die Räucherstäbchen werden rausgeholt und auch die komischen Pilze. Vielleicht auch noch anderes. Das sind Klischees, sicher, genauso sicher befinden wir uns hier in einer vernebelten Stube, möglicherweise mit Samt ausgekleidet, wir haben die guten Batik-Shirts an.

In der Mitte des Songs, wir befinden uns erst bei Minute 6, kitzeln King Gizzard & The Lizard Wizard auch noch kurz die Flöten und ein bisschen Glöckchenklingklang. Alles hallt und rauscht, die Gitarren ächzen und quietschen, sie rocken dann auch verstärkt.

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Das reicht aber alles natürlich nicht. Es gibt etliche Breaks und Falltüren, ja, ekstatische Drum-Freak-Outs, irgendwann wird dann auch noch ein minimalistischer, monotoner Cosmic-Disco-Synthesizer aufgefahren.

Das ist oft nahe dran an der Persiflage alter Progrock-Muster und Metal-Klischees, tatsächlich sprechen hier aber immer die große, naive Liebe, die ebenso große Meisterschaft bei gleichzeitiger Slacker- und Anti-Haltung aus dem Song.

Sänger Stu MacKenzie singt und greint von mythischen Reichen, Göttern und zerfallenden Schlössern. Wunderlicher Koloss von einem Song, der von zauberhaften Welten kündet, die wir nicht ganz begreifen können.

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