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Russland Saudi Arabien

APA/AFP/Kirill KUDRYAVTSEV

Blumenaus WM-Journal

Ein Abend des Grauens. Mit Fußball geht’s dann morgen los.

Über das Elend eines verpatzten Eröffnungstages.

Von Martin Blumenau

Wer jetzt noch glaubt, dass bei der FIFA geschoben wird, der hat ein Rad ab. Zumindest die Auslosungen laufen korrekt. Denn niemand, niemand der seine fünf Sinne beieinander hat, wird eine solche Eröffnunsgpartie zulassen: Supermacht-Not gegen Regionalmachts-Elend, ein Match unter dem Teppich, auf unterirdischstem Niveau grauenvoller Abturn, Antiwerbung für den Fußball.

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Und auch Putins gönnerhafte Gesten dem Kronprinz gegenüber: erbärmlich; wie wenn der nicht ganz so fette Sumoringer den ganz ganz dicken beim 20-Meter-Lauf abgehängt hat und nachher bemitleidet und sich selber huldigt, während nebenan der echte Lauf stattfindet.

Wäre die FIFA so gerissen wie alle annehmen, dann hätten sie Russland einen schickeren Opener hingeknallt, der sie an den Rand des Irrsinns gebracht hätte. Und nicht einen besseren Bettvorleger, dem man fünf Tore einschenken kann.

Die Eröffnungsfeier davor ist von Gary Lineker mit rubbish eh noch nobel beschrieben, Robbie Williams’ Finger erzählt die Vorgeschichte der WM besser als alle kritischen Berichte im ARD-Vorlauf.

Russland - Saudi Arabien Spielplakat

Tschuttiheftli

Das TSCHUTTI Matchday Plakat zu Russland - Saudi Arabien.

Ein Gutes hatte das Mismatch: das völlig verunsicherte russische Team hat sich gefangen; gegen die Turnierschwächsten, aber immerhin gefangen. Und hat somit die Chance gewahrt, nicht schon nach dem zweiten Spiel Abschied nehmen zu müssen. Bedanken muss sich Coach Cherchesov dafür bei jenen, die er eigentlich nicht wollte: dem Spanier Cheryshev und dem langen Dzyuba. Und dem lange nicht beachteten Gasinski, und natürlich Golovin.

Dass die Abwehr hielt, lag an der Schwäche des Gegners. Zhirkov pumpte schon nach einer halben Stunde und stellte den Kreativdienst ein.

Cherchesov begann mit einem 4-2-3-1, um ab Minute 65 ein höchst seltsames, windschiefes 4-5-1 mit Sechser Zobnin auf der rechten Offensivseite. Weil der Gegner völlig zerbrach, wurde dieser Unfug nicht bestraft. Ich hab das Spiel beim Deutschen gesehen (eine Frage der technischen Verfügbarkeit) und der ARD-Mann hat den Zobnin-move nicht erkannt und bis zum Ende vom tollen Abräumer geschwärmt. Soviel zum Thema, dass es dort die besseren Kommentierungen gibt...

Pizzi stellte die Saudis zu Beginn in einem 4-2-3-1, mit weitem Abstand des im Klumpen überbevölkerten 5er-Mittelfelds zur Abwehr. In Halbzeit 2 wurde ein 4-1-3-2 draus, später eine Art 4-1-4-1, aber alles ohne Konsequenz und Sinn. Es war als würden erfahrene Schlachtenlenker starre Zinnsoldaten übers Feld geleiten.

Die Saudis, die gegen Deutschland fast ein Remis geholt hatten, waren wohl durch die letzten Ausläufer des Ramadan so abgeschlankt, dass ihre körperliche Unterlegenheit innerhalb weniger Tage exponentiell zugenommen hatte. Mit dem Fasten ist es jetzt zwar vorbei, mit der Chance auf einen WM-Punkt aber auch.

Das russische Team kann nach dieser bescheidenen Leistung gegen den untauglichen Mitbewerber keine Chance gegen Ägypten oder gar Uruguay haben; jetzt kann nur die zweite Luft des Veranstalters helfen. Oder doch die schützende Hand der FIFA, die Putin womöglich dann doch ein Schummel-Konto zugesteht.

Richtigen Fußball gibt’s dann Freitag. Endlich.

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