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Spielescreenshot des Games Secret of Mana

Square Enix

FM4 Spielekammerl

„Secret of Mana“ hat ein Facelifting bekommen

Es gibt nur wenige Games, die eine ganze Generation von Spielerinnen und Spielern als Klassiker im Gedächtnis bleiben. Damit sind Spiele gemeint, die etwas Spezielles an sich haben. Neue Spielmechaniken, tolle Grafik oder eine Story, die einen berührt, die die Art des Spielens prägen und verändern.

Von Christian Stipkovits

Es sind Spiele wie das erste „Tetris“ auf dem Game Boy oder „Super Mario Bros.“, die Stadtsimulation „Sim City“, vielleicht auch die Sprungakrobatik bei „Prince of Persia“. Und eines dieser Spiele wurde vor kurzem einem Face Lifting unterzogen, gemeint ist „Secret of Mana“.

Facelifting für einen Klassiker

„Secret of Mana“ wurde 1993 auf dem Super Nintendo veröffentlicht. Es war der Nachfolger von Final Fantasy Adventure auf dem Gameboy. Was als Spinn-Off der großen Final Fantasy-Serie angefangen hat, wurde bald zum eigenen Mana-Franchise.
Im Jahr 1993 hat „Secret of Mana“ die Spielewelt begeistert und wurde mit Blockbustern wie „Legend of Zelda – A Link to the Past“ verglichen. Nicht ohne Grund löste die Ankündigung der Neuauflage Euphorie aus.

Das Remake bleibt der ursprünglichen Story treu. Nach einem kurzen Intro zieht der Charakter aus einem Stein ein rostiges Schwert. Dass eine Stimme aus dem Nichts den Befehl gibt das Schwert zu ziehen, irritiert unseren Protagonisten nicht.
Schließlich versperren ein paar Sträucher uns den Weg. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnen ist, dass das als Rasenmäher verwendete Schwert magisch ist. Wer hätte das ahnen können. Deswegen also der Geist mit der Black Metal-Stimme.

Die verrostete Klinge hätte wohl besser im Felsen bleiben sollen, denn leider hat es den negativen Effekt, dass die knuffigen Monster im Wald aggressiv werden. Das wollten wir gar nicht, doch die Dorfbewohner sind davon nicht begeistert und werfen unseren minderjährigen Charakter unsanft aus seinem zu Hause. Damit beginnt unser eigentliches Abenteuer. Vor Jahrhunderten wurde das Schwert dafür verwendet, eine unheilvolle Mana Festung zu zerstören. Nun liegt es an uns dem rostigen Schwert zu neuem Glanz und Macht zu verhelfen. Zum Glück sind wir dabei nicht alleine.

Spielescreenshot des Games Secret of Mana

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Gemeinsam macht es mehr Spaß

Im Spielverlauf lassen sich nämlich zusätzliche Charaktere freischalten, die uns durch die schöne Welt begleiten. Spielt man „Secret of Mana“ alleine, werden diese Charaktere durch eine künstliche Intelligenz gesteuert, die nicht immer intellektuellen Glanzleistungen liefert. Zwar wurde sie im Vergleich zum Original verbessert, hin und wieder bleiben die von der K.I. gesteuerten Charaktere aber an Kanten hängen, und kommt deswegen nicht hinterher.
Glücklicherweise können sie von menschlichen MitspielerInnen gesteuert werden, die Ecken und Kanten besser meistern sollten. Man wandert nicht nur gemeinsam durch die Welt, sondern bekämpft auch die Monster, die auf unser Schwert allergisch reagieren. Das wird in der Hitze der Gefechte zwar manchmal unübersichtlich, da man im bunten Trubel sich nicht immer ganz sicher ist, wer da gerade spielt – funktioniert aber recht gut. Mühsam ist auch, dass sobald ein Spieler das Inventar öffnet, das Spiel unterbrochen wird.

Und diese Spielwelt ist vor allem eines: Bunt! Auf der PlayStation Pro wird aus der Vogelperspektive in 3D mit satten Farben nicht gespart. Die Grafik wirkt manchmal bisschen grob, doch das ist eines der charmanten Elemente des Spiels. Sicher nicht mehr zeitgemäß für ein Remake ist, dass die Animationen bei den englischsprachigen Unterhaltungen der Charaktere schlecht umgesetzt wurden. Lippenbewegungen, wenn es überhaupt welche gibt, sind nicht synchron, außerdem kann man die Kamera des Spiels nicht bewegen.
Auch das Kampfsystem wirkt stellenweise angestaubt. Gegner bekommen den Schaden zeitversetzt. Selbst wenn sie tot sind werden ihnen so Lebenspunkte abgezogen. Das stört die Totenruhe der Monster und nervt die Gamer.

Spielescreenshot des Games Secret of Mana

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Die Kämpfe laufen so ab, wie man sie aus dem SNES-Original kennt. Das rostige Schwert vom Anfang ist nur eines aus einem riesigen Arsenal, mit dem sich eine kleine mittelalterliche Armee ausstatten lässt. Es gibt Peitschen, Lanzen, Handschuhe, Bumerangs, Äxte, Speere, Bogen und viel mehr. Man kann also auf sehr kreative Weise den Monstern auf die Pelle rücken. Damit es kein unkontrolliertes Draufhämmern auf die Angriffstaste gibt, muss man eine kurze Zeit warten, bis man wieder mit voller Energie auf die Gegner schlagen kann. Das macht nichts denn der Gegner ist ohnehin für eine kurze Zeit unverwundbar. Die Zeit nutzt man zum Ausweichen, oder man sucht sich eine taktisch günstigere Position.

Spielescreenshot des Games Secret of Mana

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Bei „Secret of Mana“ gibt es die Audioausgabe nur auf Japanisch oder Englisch. Deutsche Untertitel sind vorhanden.

„Secret of Mana“ ist für Windows, die PlayStation 4 und Vita erschienen und überraschenderweise nicht für die Nintendo Switch.

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So hat „Secret of Mana“ 1993 auf dem Super Nintendo ausgesehen.

Nicht nur aus Nostalgie-Gründen spielen

Was Secret of Mana zum gelungenen Remake macht ist der Urstoff des Spiels. Die bunte Spielewelt macht gute Laune und die düstere Geschichte bietet einen spannenden Kontrast. Die Erkundung der Mana-Geheimnisse wird leider durch Bugs gestört. Man verliert die Orientierung, bleibt an Kanten hängen und im schlimmsten Fall gibt es Abstürze. Die EntwicklerInnen hätten mehr Zeit und Liebe zum Detail investieren können. Über all das kann man aber am Ende hinwegsehen. Denn das ändert nichts daran, dass Secret of Mana ein Stück Videospielgeschichte ist. Schön, dass man diese Geschichte wiedererleben kann.

FM4 Spielekammerl-Show

Hoffentlich ohne Abstürze werden mein Kollege Ali und ich heute, Donnerstag, 8. März 2018, ein Let’s Play von „Secret of Mana“ starten. Der Stream auf unserem Twitch Kanal beginnt um 17.00 Uhr.

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