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Bilder vom Rand der Stadt

Österreichisches Filmmuseum

Gesucht: Eure Videos vom Rande Wiens

Das Österreichische Filmmuseum begibt sich mit dem Projekt „Am Rand: Die Stadt“ auf die Suche nach privaten Amateur-Videos, euren Youtube-Uploads und Smartphone-Aufnahmen von der Wiener Peripherie. Neue und alte Perspektiven sollen gesammelt und für die Nachwelt archiviert werden.

Von Petra Erdmann

„Die Innenstädte verfolgen längst nur mehr kapitalistische Strategien“, sagt Filmemacher Gustav Deutsch, der gemeinsam mit der Künstlerin Hanna Schimek das Projekt „Am Rand: Die Stadt“ initiiert hat. Bilder von sterilen Flagship-Stores peppen die Reiseblogs auf und altbekannte Wien-Bilder im Reiseführer kurbeln Tourismus-Klischees an. Mit dem echten Leben in der Hauptstadt, vor allem mit ihren Randzonen hat das gerade einmal so viel zu tun wie eine angestaubte Sit-Com-Kulisse.

Mit dem Projekt „Am Rand: Die Stadt“ sollen nun authentischere, spannendere und unbekanntere Blicke von Menschen auf Außenbezirke und ihre Viertel ausgeforscht, aufbereitet und der Öffentlichkeit präsentiert werden, etwa auf Aspern, Floridsdorf oder Sandleiten.

Das ausgewählte Video- und Filmmaterial soll letztlich in Zusammenarbeit mit Archivaren Eingang in die Sammlung des Österreichischen Filmmuseums finden – für alle Ewigkeit. Das kann die 8mm-Filmkiste der Eltern oder Großeltern sein, die im Wandschrank lagert, oder auch Videos, die ihr mit euren Handys gedreht habt, irgendwo zwischen der Baustellen-Architektur und der Gstätten, ob beim Cruisen oder Abhängen aufgenommen, die werden nun gesucht.

Bilder vom Rand der Stadt

Österreichisches Filmmuseum

Filmstill aus „Die Per-Albin-Hansson-Siedlung“, 1952

Eingegangen ist bereits sportliches Material von Free– und Roof-Runnern, die ihre persönlichen Perspektiven und Parcours über den Dächern Wiens gefilmt haben.

Bilder vom Rand der Stadt

Dominik Gubi/filmundfoto.at

le traceur

Filmemacher Gustav Deutsch ist ein erfahrener Archäologe des Kinos und durchaus geübt, „eine persönliche Verantwortung im Umgang mit privatem Filmmaterial zu haben“. In seinen künstlerischen Arbeiten komponiert er nämlich seit Ende der 80er Jahre Home Movies.

Er ist stets auf der Suche nach dem unverstellten Blick von Amateuren, ob in „Adria – Urlaubsfime 1954-1968“, wo eine ganze Nachkriegsgeneration nach Italien auszog, um Strände, Familie und Meer zu filmen, oder aktuell in „So leben wir“. Da versammelt Deutsch Familiengeschichten von Auswanderern über deren selbst gedrehte Filme - von Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. „So leben wir“ eröffnet am Donnerstag die Retrospektive „Gustav Deutsch“ im Metro Kinokulturhaus.

Die Filmemacherinnen  Hanna Schimek und Gustav Deutsch

Franz Berzl

Hanna Schimek und Gustav Deutsch

Wer im Rahmen des Forschungsprojekts „Am Rand: Die Stadt“ seine Filme und Videos abgeben mag, findet hier alle Infos.

Im Juni sollen Außenstellen eingerichtet werden, wo die ausgewählten Programme gezeigt werden:

SOHO in Ottakring
2. Juni (Eröffnung)
3. Juni
6. bis 10. Juni
13. bis 15. Juni
16. Juni (Festivalfinale),
jeweils 17-21 Uhr

Aspern
22. Juni bis 6. Juli

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