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Predator

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Get to the chopper!

Der neue Predator-Film ist nicht so schlecht wie er sein könnte und kommt ohne Arnold Schwarzenegger, aber nicht ohne Chopper-Referenz aus.

Von Christoph Sepin

Sechs Filme gibt es in der Predator-Reihe mittlerweile, zwei davon gelten auch als echte Klassiker des Genres: „Predator“ aus dem Jahr 1987 mit Arnold Schwarzenegger und dem berühmten Filmzitat „Get to the chopper!“ und „Predator 2“ aus dem Jahr 1990 mit Danny Glover in der Hauptrolle. Dass ein weiterer Film früher oder später kommen sollte war klar, unklar war schon eher wie Regisseur Shane Black seine eigene Version davon umsetzen würde.

Tatsächlich wirkt alleine die Anstellung von Black als Regisseur wie ein Augenzwinkern in Richtung der alten Filme: Schließlich spielte der eine Nebenrolle im allerersten Teil. Auch hervorzuheben: Mit einem Budget von 88 Millionen Dollar ist „The Predator“, wie der neue Film im englischen Original einfach heißt auf jeden Fall einer der teuersten Predator-Filme aller Zeiten.

Shane Black selbst ist eher als Autor von Buddy-Movies bekannt, schließlich schrieb er die beiden „Lethal Weapon“-Teile und versuchte sich zuletzt mit dem gut gelungenen „The Nice Guys“ wieder am Genre. Und wie in „The Nice Guys“ ignoriert Black auch mit dem neuen Predator-Filme aktuelle Filmtrends großteils. Was man schon mal als positiven Aspekt hervorheben muss.

Predator

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Was man sich nicht von der neuen Version erwarten sollte, ist einen Monsterfilm, der mit mysteriösen Bildern und Schatten spielt, der auf langen, dunklen Szenen und dem Survivalaspekt der Predator-Serie aufbaut. Schon in der allerersten Szene des Films wird der Predator in hell beleuchteter Großaufnahme an Bord seines Raumschiffs gezeigt. Hier wird weniger Spannung, sondern vielmehr Action von der ersten Sekunde an in den Fokus gestellt.

Die großen Momente des Films sind damit einerseits die detaillierte Veranschaulichung, wer denn diese Predators überhaupt sind und warum die machen, was sie machen. Andererseits, wie von einem Shane Black-Film zu erwarten, ist die Story voll mit Schenkelklopfer-Dialogzeilen und Machogeplänkel zwischen den Hauptdarstellern. Die abseits ihrer Plaudereien aber leider wenig Substanz zeigen.

Und tatsächlich versucht sich der Film auch daran, Botschaften mit Tiefgang an sein Publikum zu schicken: Globale Welterwärmung ist ein Thema, Mobbing und Kriegstrauma. Moralische Messages, die mit der Holzhammermethode kommuniziert werden. Vielleicht wollte Shane Black damit auch einfach seinem Publikum auf die einfachste Art und Weise ein paar Lektionen in Sachen Sozialbewusstsein vermitteln. Ein trojanisches Pferd der social awareness, quasi.

Predator

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Was übrig bleibt, ist ein Film, der zwar kurzweilig daherkommt, dafür aber auch kaum im Gedächtnis bleibt. Logische Fehler und Löcher in der Handlung müssen ignoriert werden, viele Ideen werden an- aber nicht fertig gedacht und am Ende wird ein Sequel angedeutet, dass man nach dieser Abarbeitung der Predator-Reihe eigentlich gar nicht braucht. Es gibt schlechtere Abende, die man im Kino verbringen kann, wer sich einen spannungsgeladenen, düsteren Survivalfilm erwartet, dürfte aber enttäuscht werden.

Und noch ein Blick in die Kristallkugel: Zwei weitere Teile sollen laut Produktionsfirma in Arbeit sein, für die auch Shane Black Regie führen soll. Ob der Regisseur noch genug Material für weitere Predator-Stories in sich hat, bleibt fraglich. Vielleicht dann ja mit Arnold Schwarzenegger-Gastauftritt.

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