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Maria Metsalu: Mademoiselle x ImPulsTanz [8:tension] Young Choreographers’ Series

Alan Proosa

Blut, Schweiß und Wannenbäder

Wer sich im Sommer nach Gänsehaut und Extase sehnt, ist beim ImPulsTanz-Festival am richtigen Ort. Ein Streifzug durch die schaurig-schrägsten Performances, Partys und Tanz-Workshops.

Von Claudia Unterweger

Kübelweise sprudelt das Kunstblut, Rauch zieht auf: Mademoiselle X lautet der Name der Untoten, die einer Blutwanne entsteigt und ein bizarres Ritual vollführt. Die unheimliche Begegnung in der Hofstallung des Wiener mumok ist der jungen estnischen Performerin Maria Metsalu zu verdanken. Sie erzählt von Körperkolonisierung und Entfremdung und ist eine von 12 spannenden Newcomer_innen der [8:tension] Young Choreographers’-Reihe beim ImPulsTanz Festival diesen Sommer.

Insektenpulver und Tarzan

Packt eure Fächer und Wasserflaschen ein, es wird schwitzig und aufregend. Mehr als 60 Produktionen rollen auf uns zu. Auf großen Bühnen wie dem Burgtheater, aber auch an versteckteren Orten wie der Zacherlfabrik in Wien-Unterdöbling, wo zur Zeit der Monarchie noch das Mottenpulver „Zacherl’s Insecten tödtende Tinktur“ („Zacherlin“) hergestellt wurde. Dort lassen demnächst Radikalperformer_innen der Wiener Gruppe God’s Entertainment die widersprüchliche Figur des Tarzan durch die orientalisierende Szenerie schwingen.

Auch heuer ruft das Vienna International Dance Festival ImPulsTanz. Einen Monat lang, vom 11. Juli bis 11. August pilgern Tanzbegeisterte aus über 90 Ländern nach Wien.

Bildgewaltiges mit viel Blut und Beuschel gibt es auch von bekannten Haudegen aus Theater, Musik und bildender Kunst zu erleben. Zur ImPulsTanz-Eröffnung wird Shakespeares Macbeth in einer blutig-monströsen Tanzversion zu erleben sein. Verantwortlich dafür zeichnet das Trio Gottfried Helnwein, Kurt Schwertsik, Johann Kresnik. Letzterer hat vergangenes Jahr für Aufsehen gesorgt. Zum Thema #metoo wurde sein Name im Stück „Yes But No“ von Yael Ronen auf der Bühne des Berliner Gorkitheaters genannt.

Steven Cohen in “put your heart under your feet and walk!”

Pierre Planchnoult

Südafrikas bekanntester Choreograf Steven Cohen – verurteilt für seinen Rooster Penis Dance – verarbeitet den Tod seines Lebensgefährten: Put Your Heart Under Your Feet ... and Walk!

Wie sich ein strikt definierter Raum durch den eigenen Körper aufbrechen und in eine „Landschaft des Kollaps“ verwandeln lässt, zeigt das junge Tänzerinnenduo Nasa4Nasa aus Ägypten. In Kairo mussten die beiden - in Ermangelung eines anderen Aufführungsortes - einen Squashcourt zu ihrer Bühne machen. Auch beim ImPulsTanz bewegen sie ihre Körper in engen Gymnastikanzügen synchron zu Clubsounds. Das wirkt wie eine rebellische Metapher auf die aktuelle politische Unterdrückung in Ägypten unter dem Regime von General und Präsident Al Sisi.

Baby, You’re Transome

Wie die Welt aus einem geschlechterbefreiten Blickwinkel aussehen kann, schildert die Performance von PlanningToRock, einem der aktuell wichtigsten Genderqueeren Artists. Jam Rostron alias PlanningToRock war vergangenen Herbst FM4 Artist of the week mit dem Album „Powerhouse“, das nun als „Musical Show“ auf die Bühne der Halle E im Museumsquartier Wien kommt. In die komplexe Bühnenshow hineinverwoben sind Jam Rostrons sehr private und berührende Familiengeschichten. Definitiv eines der Highlights beim ImPulsTanz-Festival diesen Sommer.

Lust auf’s Ausprobieren?

In den riesigen, lichtdurchfluteten Studios des Arsenals lässt sich in 250 Tanz-Workshops alles ausprobieren, was der Körper an Bewegung zustande bringt. Von Aerial Silk-Tüchern herunterhängend durch die Luft schweben, über Endlos-Drehungen beim Derwisch-Tanz bis hin zum rhythmischen Schlammcatchen beim Workshop „Schlammgrube 3000“ oder sich beim Dance Battle mit anderen Tanzbegeisterten messen.

Workshop von FolkTranceParty beim ImPulsTanz-Festival

Tina Weiss

Workshop von FolkTranceParty beim ImPulsTanz-Festival

Für alle Neugierigen gibt es auch wieder die täglichen Gratis-Tanzworkshops „Public Movement“. Unter freiem Himmel und offen für alle, jeden Tag ein anderer Tanzstil, 2 Stunden kostenlos Schnuppern und Ausprobieren im Anton Benya-Park bei der Arbeiterkammer Wien.

Hier gibt es einen Überblick über sämtliche Workhops; das Programm für die Schnupper-Kurse im Park geht demnächst online.

ImPulsTanz soçial: FM4 Auflegereien und Parties

Zur allnächtlichen Extase auf dem Dancefloor und zum Socializen lädt auch heuer wieder die ImPulsTanz Festival Lounge ins Burgtheater Vestibül. Und auch das Kasino am Schwarzenbergplatz öffnet seine Pforten für die legendären ImPulsTanz Parties A-Side und B-Side:

A-Side: 19.07., Kasino am Schwarzenbergplatz

  • UNIIQU3 LIVE
  • DJ Support: Kristian Davidek, d.e.y.

Die A-Side begrüßt niemand geringeren als die Jersey-Club-Queen UNIIQU3 , die mit einer ihrer energetischen Shows das Kasino am Schwarzenbergplatz zum Kochen bringen wird. In ihren Live-Sets wechselt UNIIQU3 mühelos zwischen harter Bassmusik, HipHop, R’n’B und ihren eigenen Live Cuts. Zu wohl einem ihrer bekanntesten Auftritte zählt jener am Coachella Valley Music and Arts Festival 2019.

Der DJ-Support kommt von der Tirolerin d.e.y. sowie von FM4’s very own Kristian Davidek.

B-Side: 09.08., Kasino am Schwarzenbergplatz

  • Catnapp LIVE
  • DJ Support: Dalia Ahmed, Spinelly

Hinter dem Künstlernamen Catnapp versteckt sich die in Berlin lebende Producerin, Sängerin und Rapperin Amparo Battaglia aus Argentinien. Ihre Alben strotzen von nicht enden wollender Kreativität und Originalität. Catnapp zitiert Einflüsse wie The Prodigy, Aphex Twin, OutKast oder Beyoncé. Ihr aktuelles Album „Break“ erscheint im Juli 2019.

Den DJ-Support liefern die FM4-Allrounderin Dalia Ahmed sowie Spinelly aus dem Hause Duzz Down San.

See you at ImPulsTanz 2019!

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