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Viech auf einem Platz in der Nur-Sultan, es ist kalt

Alexander Lausch

Viech in Kasachstan

Ende Juli erreicht die Band Viech ein Mail des österreichischen Botschafters in Nur-Sultan. Drei Monate später ist Viech in der kasachischen Hauptstadt bereits so gut vernetzt wie Alfred Gusenbauer. Hier ihr Bericht.

Sehr geehrte Gruppe Viech!

Hätten Sie Interesse zu kommen? Wenn Sie die Kälte in der kasachischen Steppe mit Spitzen von minus 45 Grad nicht abschreckt, würden wir versuchen, noch für dieses Jahr was auf die Beine zu stellen (...)

Wir überlegen nicht lange, lassen “Ich hab viele Fehler gemacht” auf Kasachisch übersetzen und steigen in den Flieger.

"Ich hab viele Fehler gemacht" auf Kasachisch
Zwei Personen in einem Flugzeug, schlafend

Alexander Lausch

Christoph schaut noch eine Folge, Paul geht sein Kasachisch nochmal durch.

Am Flughafen von Nur-Sultan angekommen, holt uns der Amtsfahrer ab. Während der Fahrt sehen wir ein bisschen etwas von der Landschaft. Alles so weitläufig. “Wie im Burgenland”, meint Martina. Bloß die imposante Skyline, die gibt es nicht einmal in Mörbisch.

Nur-Sultan, die kasachische Hauptstadt, Hochhäuser

Alexander Lausch

Wir wohnen im 13. Stock des Marriott Hotels und genehmigen uns zunächst einen kleinen Powernap. Der Schlaf im Flugzeug war leider nicht so erholsam, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Rock für die Republik

Am Abend dann die erste Show im Ballsaal. Christoph kommt direkt vom Bett auf die Bühne, weil er eingeschlafen ist, bevor er sich den Wecker stellen konnte. Nach den offiziellen Reden zum österreichischen Nationalfeiertag spielen wir jenes extra-rockige Set, um das uns der Botschafter gebeten hatte.

Zuvor spielten noch die Streicher und plötzlich donnert “Sag ja” aus der PA. Wir finden das sehr österreichisch. Wie die Sendersuche beim Autoradio, wenn wieder jemand Ö1 gehört hat. Naja, den Leuten gefällt unser Konzert. Einziger Kritikpunkt: zu kurz. Damit können wir leben. Dienst für die Republik erfüllt. Danach werden Selfies in allen möglichen Konstellationen mit allen möglichen Besucher*innen gemacht.

Hand greift nach Mehlspeisen, einige davon sind mit dem Bundesadler dekoriert

Alexander Lausch

Einmal um die Welt für Sachertorte mit Bundesadler

Plötzlich lehrbeauftragt

Am nächsten Tag halten wir eine Masterclass an der Kunstuni. Die Studierenden sind genauso gespannt wie wir, was da jetzt kommt. „Who plays the keys?", fragt Professorin Olga streng in die Runde. Paul setzt sich pflichtbewusst ans Klavier und spielt als Icebreaker die aktuelle Nummer 10 der FM4 Charts “Ich lieb dich (tu nur so)“.

Für den anschließenden Talk teilt Olga einen jungen Burschen zum Übersetzen ein. Paul spricht in so komplizierten Schachtelsätzen, dass der besagte Bub hyperventiliert und abgelöst werden muss. Die Stunde endet mit einem Gruppenfoto und einer ausgedehnten Selfie-Session.

Gruppenfoto mit Vieh in einem Festsaal

Alexander Lausch

Danach geben wir ein Interview für das größte (einzige?) Lifestyle-Magazin in Zentralasien. “We don’t write about politics or religion”, lässt uns die Journalistin wissen. Gut, dann reden wir über Musik. Wir erfahren ein bisschen was über die kasachische Musikszene. Besonders erstrebenswert ist ein fixes Arrangement mit einem Lokal, das man einmal pro Woche bespielt. Im B72 sind wir schon mal drei Tage hintereinander aufgetreten – zählt das auch? Wer Russisch kann, findet den Artikel hier.

Das ging schnell

Das letzte Konzert spielen wir im Club „The Bus“. Als wir dort ankommen, dröhnt schon Manson aus den Boxen. Christoph taugt’s und lässt sich schon am späten Nachmittag zu einem kleinen Headbangerl hinreißen. Martina durchsucht währenddessen die Speisekarte nach etwas Vegetarischem. Nicht einfach. „Wie im Burgenland“, stellt sie fest.

Nach der Show das obligatorische Blitzlichtgewitter. Christoph ist einmal nicht ganz bei der Sache und wird sofort mit einem “Attention!” auf den Ernst der Lage hingewiesen.

Viech in einem Lokal am Abend beim Fotografiert-Werden

Alexander Lausch

Nach dem Gig bringt uns der Konsul mit seinem Auto heim. “Lässig war’s”, sagt er, als wir beim Hotel aussteigen. Finden wir auch und drehen uns intuitiv in die farblich abgestimmte Selfie-Pose. Doch der Konsul winkt und steigt zurück ins Auto. Wir sind ein bisschen traurig. Am Ende erbarmt sich doch der Lobby-Boy und lässt sein Smartphone blitzen.

Danke an das Team der österreichischen Botschaft (Gerhard Sailler, Felix Bigl, Saniya Utkelbayeva, Hannah Riedler und Amtsfahrer Valera) für die herzliche Betreuung, an Alexander Lausch fürs Mixen und Filmen, an Helge von Mica und ans Außenministerium.

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