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Song zum sonntag

Wer ist der Boss?

Der Song zum Sonntag: Charli XCX - „5 in the Morning“

Von Christoph Sepin

Counting the hours: Gwen Stefani hatte mal ein Lied namens „4 in the Morning“, die New Kids on the Block besangen „2 in the Morning“ und jetzt eben Charli XCX mit „5 in the Morning“, einer neuen Single zu einem Album, das offiziell noch gar nicht angekündigt ist.

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  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

Aber wieso gerade fünf Uhr in der Früh, und nicht wie die Kolleginnen Stefani und New Kids on the Block eine andere morgendliche Uhrzeit? Was macht gerade fünf so besonders? Die Antwort darauf bleibt Charli XCX schuldig, denn eigentlich geht es in „5 in the Morning“ um was ganz anderes. Um Selfempowerment und Selbstsicherheit, um Poser und Wichtigtuer.

Mutmaßen darf man aber trotzdem: Vielleicht ist die unbestreitbare Dringlichkeit von fünf Uhr in der Früh der Grund, warum die Uhrzeit als Backdrop zum Lied ausgewählt wurde. Egal ob man gerade aufgestanden ist oder noch wach ist, fünf Uhr ist eine Zeit, die sich nie wirklich echt anfühlt. Irgendwie der Morgen und gleichzeitig Nacht, eine unmögliche Uhrzeit um Entscheidungen zu fällen, oft ist man aber dazu gezwungen sie gerade dann zu machen.

Aber zurück zum zentralen Thema. Das macht uns Charlotte Emma Aitchison, wie Charli XCX mit echtem Namen heißt, gleich mit der ersten Zeile klar: „I know your type, think you’re one in a million“. Hier wird gleich dezidiert jemand angesprochen und angemerkt: Ich kenn dich, ich kenn dein Spiel, ich weiß, was du hier vorgaukeln willst. „Your diamonds are fake, you ain’t golden. But I only fuck with the ones who are rare enough“.

Stressen lässt man sich trotzdem nicht, von dem faken Möchtegern, der sein Unwesen treibt. Dafür ist man viel zu beschäftigt „boss“ zu sein. „I’m going all in“, singt Charli XCX im Refrain. Es gibt keinen Weg mehr zurück, dafür ist es viel zu spät. Jetzt geht es mal um alles. „It’s 5 in the morning, I’m busy balling“.

Vor kurzer Zeit ist es an dieser Stelle um die Entschleunigung gegangen und die Häuslichkeit, um das Runterkommen und langsamer werden. „5 in the Morning“ von Charli XCX ist das ziemlich genaue Gegenteil vom damals besprochenen „Drugs“ von Uffie. Unaufhaltsam weiter, so lautet die Devise. Nicht zu stoppen von denen da draußen, die wollen, dass man mal langsamer macht.

Wie von Charli XCX gewohnt, auch hier wieder ein meisterhaft durchdachter und ausgeklügelter Song, typisch verspielt und selbstbewusst, vollgeladen mit Hooks und wiederholbaren Zeilen, irgendwo zwischen Popohrwurm und bestem Trap zuhause. Für fünf Uhr in der Früh und für davor, danach und dazwischen.

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