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ASAP Rocky

Patrick KOVARIK / AFP

Artist Of the Week

Die Freiheit des Stils

Das neue Album unseres Artists Of The Week A$AP Rocky ist vielfältig und experimentell an der Grenze zur Beliebigkeit. Dass es sich trotzdem ausgeht, ist seiner alten Faszination mit dem entschleunigten Rap-Sound von Houston zu verdanken.

Von Stefan „Trishes“ Trischler

IM FROM HARLEM BUT I HAD TO PAY HOMAGE TO ALL THE HOUSTON LEGENDS

Die Beschreibung zum Purple Swag-Video sagt eigentlich schon alles. Vom jungen A$AP Rocky im Juli 2011 online gestellt, macht der Song erstmals eine größere Öffentlichkeit auf den A$AP Mob aufmerksam. Diese Gruppe junger Harlemites war unter Anleitung von A$AP Yams und seinem Tumblr tief in den Untergrund der texanischen HipHop-Hauptstadt Houston eingetaucht. Die dort dominierende Ästhetik, von Hustensaft gleichermaßen entschleunigt wie von DJ Screw, zog sich zäh wie Melasse durch ihre frühen Veröffentlichungen, allen voran Rockys LiveLoveA$AP Tape. Ob der ungewöhnlichen Harlem-Houston-Verbindung und auch den eingestreuten Clams Casino-Beats machte das A$AP Rocky fast schon zu einem Haushaltsnamen - außer vielleicht bei einzelnen Britpoppern.

Während der Arbeiten an der letzten Platte At.Long.Last.A$AP verstarb Freund und Mentor Yams, was einen hörbaren Schatten auf die Platte warf. A$AP Rockys psychedelische und in Folge auch musikalische Experimente, die das mit auslöste, sind auf dem neuen Album noch mehr geworden. Fast akustische Songs mit Gitarre (aber textlichen Andre3000-Zitaten) treffen auf clubbige Rap-Tracks, Gäste wie FKA Twigs und MGMT oder Blood Orange geben sich mit Rap-Idolen wie Juicy J oder Rap-Kollegen wie Kodak Black die Klinke in die Hand. Und gesamplet wird auch Unterschiedlichstes, vom schon bekannten Moby-Klassiker, zur australischen Indie-Band Good Morning bis hin zur Plastik-Panflöte aus dem GarageBand Sample Pack.

„I don’t just rap, I actually make music.“, lässt sich A$AP Rocky zur großen Vielfalt auf Testing zitieren. Die idiotische alte Distinktion zwischen Rap und „echter Musik“ - wir hatten sie fast schon vermisst - nicht! Abgesehen davon: Dass all diese verschiedenen Stile und Klangfarben auf dem Album nicht völlig beliebig wirken, dafür sorgt einerseits die schlüssige Sequenz der Stücke, andererseits auch ein Stilmittel direkt aus der Trickkiste von DJ Screw: Mit verlangsamten Rap-Schnipseln aus klassischen Songs der Geto Boys, von Project Pat oder Tupacs Gruppe Thug Life als rotem Faden und verbindendem Element bekommt die Platte einen gewissen Mixtape-Charakter. So spielt bei all den musikalischen Ausflügen die Stadt Houston für A$AP Rocky weiterhin eine tragende Rolle.

Mehr Lyrics:

Der FM4 HipHop-Lesekreis zum Nachlesen oder als Podcast.

Der FM4 HipHop-Lesekreis mit Dalia Ahmed, Mahdi Rahimi, Ole Weinreich und meiner Wenigkeit hat sich die Vorab-Single mit dem schon erwähnten Moby-Sample, „A$AP Forever“, genauer angehört und gefragt, ob sich die beiden wohl in der ersten Reihe einer Alexander Wang Modeschau getroffen haben - oder doch in Moby’s mittlerweile geschlossenem Teehaus.

FM4 HipHop-Lesekreis: A$AP Rocky - A$AP Forever

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