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Super Mario Odyssey

Nintendo

Das Spielejahr 2017 im Rückblick

Neue Konsolen, ein Indie-Phänomen, tausende Spiele und ein handfester Shitstorm zur Abrundung: 2017 hat viel Abwechslung für Spielerinnen und Spieler geboten. Eine Rückschau.

Von Rainer Sigl

Auch wenn 2017 in fast allen sonstigen Belangen nicht gerade toll war - Spielerinnen und Spieler hatten in den vergangenen zwölf Monaten wenig Grund zu klagen. Nie zuvor gab es mehr Spiele - und das bringt auch seine Probleme mit sich. Etwa 5000 neue Titel gab es 2017 auf der Gamesplattform Steam alleine, und selbst diese absurde Zahl wird von den Spieleneuzugängen auf den mobilen Spielgeräten noch weit übertroffen - in Apples Appstore alleine kommt alle sechs Minuten ein neues Spiel dazu.

Trotz der Flut an Schrott lässt sich aber auch sagen, dass es kaum je zuvor so viel Tolles zu entdecken gab. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich ein wohlbekannter japanischer Spieletitan zu neuen Höhen aufgeschwungen hat: 2017 hat nämlich die Nintendo Switch das Licht der Welt erblickt, und die ist ein bisschen mehr als nur eine weitere Spielkonsole.

Zelda: Breath of the Wild

Nintendo

Link kehrt in „Zelda: Breath of the Wild“ triumphal auf die Bildschirme zurück.

Mario & Zelda kehren zurück

Während sich Sony und Microsoft damit begnügen, immer schnellere Hardware auf den Markt zu werfen und damit ihre jeweils aktuellen Generationen ein wenig aufzubessern, heben die Japaner flugs ein ganz neues Konsolenkonzept aus der Taufe. Mit der Switch kann man nicht nur am TV-Gerät, sondern auch unterwegs spielen - und das mit Titeln, die beweisen, warum Nintendo Kultcharakter hat. „Zelda: Breath of the Wild“ und „Super Mario Odyssey“ sind gute Gründe, sich auch in diese Nintendo-Konsolengeneration zu verlieben.

Das Fantasy-Epos „Zelda: BoTW“ darf getrost als eines der besten Spiele des Jahres bezeichnet werden, und auch die aktuelle Inkarnation des rotmützigen Klempners sprüht nur so so vor Spielwitz und guten Ideen. Dass auch Third-Party-Spiele wie „DOOM“ oder „Skyrim“ für die Switch erscheinen, macht das anfangs eher skeptisch belächelte Spielgerät auch für Nicht-Nintendo-Jünger höchst interessant.

PlayerUnknown's Battlegrounds

Bluehole

„PlayerUnknown’s Battlegrounds“: Über 20 Millionen spielen das Indiespiel des Jahres.

Ein Indie-Phänomen

Abseits davon gehörte das Jahr 2017 aber einem ganz anderen Phänomen: Mit dem Multiplayerspiel „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ hat ein Indie den ganz Großen die Show gestohlen. Obwohl das Spiel bis dato noch im Early Access, also eigentlich unfertig ist, haben es seit März bislang über 20 Millionen Spielerinnen und Spieler gekauft - und „Battlegrounds“ hat auch sonst so einige Rekorde im Multiplayer-Gaming gebrochen.

Verantwortlich dafür ist das Konzept, das sich, in Anlehnung an einen Kult-Manga und dessen Verfilmung, “Battle Royale” nennt. Der bewaffnete Kampf jeder gegen jeden findet auf einer Insel statt, auf der sich der Aktionsradius immer weiter verringert - am Ende kann nur einer oder ein Team überleben. „PUBG“ ist minimalistisch, aber wegen seines gnadenlos spannenden Prinzips endlos spielbar und auch fürs Streamen auf Twitch & Co bestens geeignet. Kein Wunder, dass sich wegen des großen Erfolges inzwischen mehr und mehr Multiplayertitel auch auf dasselbe Spielkonzept verlegen.

Star Wars Battlefront 2

EA/Dice

„Erst bezahlen du musst!“ - Der Shitstorm des Jahres versaut „Battlefront 2“ den Launch.

Shitstorm mit Folgen

Ein anderes Konzept hat hingegen erst kürzlich für den größten Shitstorm des Jahres in der Spielerschaft gesorgt: Weil sich mehr und mehr Vollpreisspiele durch Mikrotransaktionen ein Zusatzeinkommen sichern wollen, entlud sich der gesammelte Zorn der Spielerinnen und Spieler über einen eigentlich programmierten Bestseller. Auch „Star Wars: Battlefront 2“ von Electronic Arts hätte ein umfangreiches System von gegen Geld freischaltbaren Gegenständen und Helden gehabt, wegen lautstarker Proteste verzichtete der Publisher aber bei Veröffentlichung vorerst darauf.

Die um sich greifende Unart, Spielerinnen und Spieler durch diverse psychologische Tricks vor allem durch „Lootboxen“, das digitale Äquivalent zum Sammelkarten-Päckchen, zum Zusatzkauf zu motivieren, kennt man seit Jahren aus der millionenschweren Free2Play-Branche. Es könnte aber auch bald schon wieder Schluss damit sein, denn im Gefolge der Aufregung um „Battlefront“ wollen sich jetzt auch die Gesetzgeber mit den Glücksspiel-ähnlichen Mechanismen befassen.

Die guten Spiele werden uns aber auch dann nicht ausgehen, wenn die Industrie vielleicht nächstes Jahr auf diese Zusatzeinnahmen verzichten muss. Immerhin gab es auch heuer jede Menge fantastischer Spiele, die ganz ohne das zusätzliche Schröpfen auskamen: Von „Horizon: Zero Dawn“ über „Resident Evil 7“, „Divinity: Original Sin 2“, „Hellblade: Senua’s Sacrifice“, „Cuphead“, „Everything“ bis hin zu „Old Man’s Journey“. Und, und, und. 2017 war ein gutes Spielejahr.

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