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Oli SCARFF / AFP

MARC CARNAL

Was tun gegen Hass-Postings?

Es ist an der Zeit, offen und kompromisslos über ein Thema zu sprechen, das uns alle betrifft: Hass im Internet. Was sind die Ursachen und wie könnten Lösungen aussehen?

von Marc Carnal

Jahrelang habe ich still beobachtet, geschwiegen und geduldet. Doch zusehends keimt in mir das Verlangen, mich zu einem Thema zu äußern, das uns fast alle betrifft und mir große Sorgen bereitet.

So undurchdringbar die eigene Feelgood-Bubble auch sein mag und so behaglich der Content scheint, über kurz oder lang sind wir alle damit konfrontiert: Hass-Postings. Jüngere Untersuchungen gehen davon aus, dass Hass im Internet nur von einem überschaubaren Personenkreis verbreitet wird, aber eine Mehrheit in sozialen Netzwerken erreicht und beeinflusst.

Die Entstehung von Hass-Postings folgt meist einem eindeutigen Muster: Ein User, in vielen Fällen männlich, einkommensschwach und gesellschaftlich isoliert, giert nach Aufmerksamkeit. Anstatt sein Handeln noch einmal zu überdenken, greift er unbedacht zum Handy, betritt einen Supermarkt und fotografiert in der Obstabteilung die Beschilderung der Avocado-Sorte “Hass”.

Zu Hause angekommen, wird das Bild in höchster Erregung sogleich in sozialen Netzwerken veröffentlicht. An die Konsequenzen denken Hass-Poster dabei kaum oder nehmen sie bewusst in Kauf.

Was tun?

Experten sind sich uneinig, mit welchen Maßnahmen man die unzähligen Hass-Postings eindämmen könnte.

Sind Fotografie-Verbote in Supermärkten sinnvoll? Führen temporäre Sperren der Täter zum Ziel? Oder wäre es am besten, die Avocado-Sorte flächendeckend umzubenennen und ihrem Entdecker Rudolph Hass den Ruhm zu rauben?

Ich persönlich bin der Meinung, dass nur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung ein langsames Umdenken bewirken können. Wir alle sind gefordert, auf Hass-Postings besonnen zu reagieren und folgende zentrale Botschaften an die Urheber zu richten:

  • Wir haben es verstanden! Es gibt die Avocado-Sorte „Hass“.
  • Der Name ist vielleicht bei der Erstentdeckung einen kurzen Schmunzler wert, aber SO lustig auch wieder nicht.
  • Es haben schon unzählige Leute vor dir Fotos von „Hass“-Schildern und „Hass“-Etiketten gepostet!
  • Lösch es wieder!
  • Lösch dich doch am besten selbst.

Ich bin überzeugt, dass Hass-Postings eines Tages der Vergangenheit angehören werden. Bis wir dieses Ziel erreicht haben, steht uns ein langer, schwieriger Prozess bevor, der uns viel Geduld abverlangen wird.

Doch gemeinsam können wir es schaffen. Lasst uns gemeinsam kämpfen gegen Hass im Netz!

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